Veranstaltung der Stadtbücherei und „Zusammenleben der Kulturen in Dietzenbach“ 19. Interkultureller Salon steht im Zeichen Israels

Die Macher des 19. Interkulturellen Salons hatten wieder ein informatives und unterhaltsames Programm auf die Beine gestellt. Thematisch war das Motto des Abends „Shalom, Israel“. Foto: Burghard Wittekopf

Dietzenbach (bw) – Der „Interkulturelle Salon“ (IKS) ist in Dietzenbach inzwischen eine Institution und er begeistert viele Menschen. Die Veranstaltung, die von der Stadtbücherei der Kreisstadt Dietzenbach und dem Verein „Zusammenleben der Kulturen in Dietzenbach“ geleitet und gestaltet wird, hat allen Grund zum Feiern, denn der IKS wird zehn Jahre alt.

Zweimal jährlich treffen sich „Freunde der Kultur“, lauschen der Musik, hören Märchen und Vorträge und tauschen Erfahrungen miteinander aus.

Der 19. Interkulturelle Salon steht ganz unter dem Motto „Shalom, Israel“ und beschäftigt sich mit kulturellen Themen rund um das kleine Land in Vorderasien.

Zehn Jahre IKS ist schon alleine ein Grund ausgiebig zu feiern, doch dieses Jahr stehen noch zwei weitere Jubiläen an: Die Stadtbücherei feiert wie Israel das 70-jährige Bestehen und das Musik-Ensemble Saitensprung, dass ein fester Bestandteil des IKS ist, besteht seit 35 Jahren.

„Ich freue mich riesig auf den heutigen Abend und den großen Erfolg des Interkulturellen Salons“, sagt Saitensprung Mitglied Horst Schäfer. Das Thema „Shalom Israel“ habe man bewusst gewählt, denn das Musik-Ensemble hat seit seiner Gründung eine enge Beziehung zu der Musik. Angefangen hat alles in der Zeit, als Schäfer eine Galerie in einem Wiesbadener Gericht leitete. Bei einer Veranstaltung habe ihm jemand ein „Buch der Jüdischen Lieder“ geschenkt. Die Musik hat Schäfer so gefesselt, dass er den Kontakt mit Israel intensiviert habe.

Zur Einstimmung auf den spielt das Musik-Ensemble, das unter der Leitung von Charlotte Rothman steht, drei Sätze aus einer jüdischen Suite.

Begrüßt werden die Gäste von der Leiterin der Stadtbücherei Annette Wagner-Wilke. „70 Jahre Stadtbücherei, 35 Jahre Saitensprung, 10 Jahre IKS und 70 Jahre Israel sind gute Gründe, warum wir heute feiern“, sagt Wagner-Wilke und sie blickt auf die vergangenen zehn Jahre Interkultureller Salon zurück. „2008 hat alles angefangen, erst in kleiner Runde“, sagt sie. „Es ist eine wunderbare Idee, denn wir schauen ständig auf andere Länder und Kulturen.“ Den großen Erfolg der Veranstaltung erklärt sie mit dem großen Interesse des wachsenden Publikums an „der Vielfalt und der literarischen Weitsicht, die hier geboten wird“.

Die Idee zum IKS hatte Elke Wehrs. Sie freut sich darüber, dass die Veranstaltung auch nach so vielen Jahren noch auf ungebrochene Begeisterung trifft. „Lassen sie uns diese Idee weiterführen und weiterhin einen Beitrag zum besseren Verständnis der Kulturen in der Welt beitragen.“ Besonders stolz ist sie auf die CD, die die Musikgruppe „Saitensprung“ zum zehnjährigen Bestehen des IKS produziert hat „Die Platte ist der Hammer“, sagt Wehrs.

Lustig wird es, als Erster Stadtrat Dieter Lang die Geschichte „Ein Oldtimer“ des israelischen Satirikers Ephraim Kishon vorliest. Die Geschichte handelt von den ersten Siedlern (Pionieren) und den Neubürgern. Das strapaziert die Bauchmuskeln der Zuschauer.

Zum festen Repertoire des Interkulturellen Salons gehört die „Märchenstunde“, die von Almut Krumpholz-Nickel vorgetragen wird. Sie hatte es sich diesmal zur Aufgabe gemacht, „Märchen aus Israel“ zu erzählen. „Das war nicht einfach“, sagt sie. „Die jüdische Literatur ist seit dem zehnten Jahrhundert sehr gut dokumentiert.“ Sie habe mehr als Zehntausende Textseiten gefunden. „Die durchzuschauen ist natürlich unmöglich“, erzählt sie. Schließlich habe sie sich für zwei Geschichten entschieden. Seine Geschichte wie er mit Israel verbunden ist, erzählt Artus Rosenbusch. „Ein Freund aus Israel hat mich vor langer Zeit gebeten, Schlomo Tober beim Aufbau seiner Pitabrot-Fabrik zu helfen“, sagt er. „Das habe ich auch getan.“ Und er erzählt, warum er Israel und seine Menschen liebt. Rosenbusch hat Pitabrot-Fabrikant Schlomo Tober als Gast eingeladen. Der südlich von Tel Aviv geborene Tober lebt inzwischen mit seiner Familie in Offenbach. Er erzählt aus seinem Leben zwischen Deutschland und Israel.

Ulrich Jokiel, Pädagoge der Rudolf-Steiner-Schule, erzählt die schmerzliche Geschichte seiner Eltern, die von Nazis verfolgt wurden. So sei sein Vater 1938 nach Theresienstadt verschleppt worden. Seine Mutter lebe noch, aber rede nicht über die alte Zeit. Dann setzt er sich ans Klavier und spielt das Lied „Der Buchsbaum“, dass davon handelt, dass man „Erinnerungen an schlechte Zeiten nie vergessen darf“, auch wenn es einem jetzt gut geht. Mit seinem Spiel und seinem Gesang löst er wahre Begeisterung im Publikum aus.

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