Saatgutbörse im Lehr- und Kräutergarten Dreieich: Setzlinge erfreuen Hobbygärtner

Christine Batten ist auf der Saatgutbörse im Sprendlinger Familiengarten auf der Suche nach Samen für Mangold und Dill. Foto: Jost

Dreieich (njo) – „Verbreitet sich der Topinambur sehr weit in meinem Beet?“ und „Habt ihr auch Paprikapflänzchen?“ – Fragen über Fragen. Michaela Grüntjens hatte am vergangenen Samstag alle Hände voll zu tun und viel Fachwissen für die gewünschten Antworten parat.
Nach der Premiere im vergangenen Jahr hatte der Verein Lehr- und Kräutergarten am Samstagvormittag zur zweiten Saatgutbörse in den Familiengarten in den Baierhansenwiesen eingeladen. 

An zwei großen Tischen hatten Grüntjens und ihre Mitstreiterin Monika Urnauer alles aufgebaut, was das Gärtnerherz erfreut: vorgezogene Tomatenpflänzchen, Paprika-Setzlinge und eine große Menge an Samen und Knollen: Kräuter, Blumen, Gemüse – eben alles was in diesen Frühlingstagen in die Erde muss, um im Sommer Freude an Blüten oder Ernte zu schenken. Was eigentlich als Tauschbörse gedacht ist, ist letztlich doch eher einseitig. Samen und Setzlinge kommen von den Damen vom Kräutergarten: „Vieles haben wir selbst gezüchtet, aber wir kaufen auch Bio-Samen dazu, damit wir ausreichend Auswahl haben“, erklärt die Initiatorin. Wer nichts zum Tauschen aus dem heimischen Garten dabei hat, kann sich dennoch bedienen, über eine Spende für den Verein in die aufgestellte bunte Gießkanne freuen sich die Organisatorinnen.

Treffpunkt für Gärtner

Waren es bei der Premiere noch einzelne Gartenfreunde, die sich an den Samen bedienten, tummelten sich am Samstagmittag schon zehn Minuten nach der offiziellen Eröffnung etwa 20 Hobbygärtner. „Das freut uns natürlich sehr. Denn wir wollen auch ein Treffpunkt sein für die Gärtner“, betonte Grüntjens. Und schnell entwickelten sich an der Bierzeltgarnitur mit den Samentütchen auch Fachsimpeleien: „Das ist Topinambur?“, will eine Dame wissen, die eine zierliche Knolle aus einem der Körbchen geholt hat. Das bestätigte Fachfrau Grüntjens. Als das Gespräch auf die Last mit den niedlichen Wühlmäusen kam, hatte sie den ultimativen Tipp: „Bei Mäusen ist Topinambur eine gute Lösung. Den lieben die Viecher nämlich. Dann ist die Ernte vielleicht nicht ganz so groß, aber die Mäuse ziehen ihn vor, sind abgelenkt und lassen die anderen Pflanzen in Ruhe“, hat Michaela Grüntjens schon gute Erfahrung mit dem Wurzelgemüse gemacht.

Familienbeete in den Baierhansenwiesen

Renate Schwarz-Rössler hat sehr genaue Vorstellungen, was sie von der Saatgutbörse braucht: „Ich bin auf der Suche nach Tomatenpflanzen“, sagt die Pächterin eines der Familienbeete in den Baierhansenwiesen. Die Auswahl ist groß: Cocktailtomaten, Fleischtomaten, Italienische Tomaten, Eiertomaten – sie hat die Qual der Wahl und ist schnell in ein Fachgespräch mit Monika Urnauer vertieft, welche wohl die richtige Sorte für ihr Beet ist. Gärtnern bedeutet für die Sprendlingerin einen guten Ausgleich zum Alltag: „Ich hatte früher 1.000 Quadratmeter Garten und jetzt nur noch eine schöne Balkonterrasse. Deswegen habe ich hier gerne ein Beet gepachtet, denn ich muss immer mal wieder meine Hände in Erde stecken“, erzählt sie. Sie gibt ihr Hobby auch gerne weiter: „Ich komme oft mit meinem Enkel Noah. Er soll wissen, wo die Kartoffeln herkommen und er liebt es, Karotten zu ernten“, erzählt sie lachend.

Saatgutbörse ein voller Erfolg

Für Michaela Grüntjens ist die Saatgutbörse ein voller Erfolg: „Natürlich haben wir viel Arbeit damit. Die Tomatenpflanzen müssen vorgezogen werden, schon jetzt sichte ich die Samen, die ich für nächstes Jahr brauchen kann“, sagt die Organisatorin. Aber der Verein solle ja ein Treffpunkt für Gartenfreunde sein, ein Ort des Austauschs. Da sei eine solche Veranstaltung eine gute Gelegenheit für den Verein, den Kräutergarten und all die gemeinsamen Aktionen zu bewerben. So richtig gemütlich wird es dann im Anschluss: bei Kaffee und Kuchen gehen die Fachgespräche über den richtigen Boden für die leckersten Cocktailtomaten weiter. Während auf der Saatgutbörse im Familiengarten eifrig gestöbert wurde, herrschte im benachbarten Kräutergarten ebenfalls Hochbetrieb. Dort brachten die Mitglieder die Beete in Ordnung, die Saisoneröffnung steht an.

Honigbienen und Wildkräuterquark

Der Verein bietet eine Reihe spannender Veranstaltungen: Am Samstag, 4. Mai, gibt es um 15 Uhr einen Vortrag über das Leben der Honig- und der Wildbienen. Am Donnerstag, 9. Mai, um 18 Uhr geht es im Lehr- und Kräutergarten um „Die duftende Welt der ätherischen Öle“ und den Einblick in die Aromatherapie mit vielen duften Tipps für Kosmetik, Selbstpflege und Aromaküche. (Kostenbeitrag 15 Euro). Am Donnerstag, 16. Mai, um 18 Uhr stehen schmackhafte und heilwirksame Wiesenpflanzen im Wildkräuterquark auf dem Programm (Kostenbeitrag 15 Euro) und am Sonntag, 19. Mai, gibt es um 9.30 Uhr eine Führung durch die Baierhansenwiesen mit der Geschichte und einem Zustandsbericht des Naturschutzgebiets. Und am Sonntag, 23. Juni, lädt der Verein um 8 Uhr zu einer Vogelstimmen- und Naturwanderung durch die Baierhansenwiesen ein. Weitere Informationen und Anmeldung unter der E-Mail-Adresse kraeuter-garten-dreieich@ t-online.de.

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