Heimat- und Geschichtsverein veranstaltet Neujahrsempfang gemeinsam mit Ikebana-Gruppe „Brücken bauen – verbunden sein!“

Jörg Löschmann und Uschi Wehr arrangierten beim Neujahrsempfang Blumen und demonstrierten, was es mit der Kunstform Ikebana auf sich hat. Foto: Witeekop

Heusenstamm (bw) – Der Heimat- und Geschichtsverein hatte seine Mitglieder und Freunde unlängst zum traditionellen Neujahrsempfang in das Haus der Stadtgeschichte eingeladen. Begrüßt wurden die zahlreichen Gäste durch den Vorsitzenden des Vereins, Dr. Roland Krebs. „Dieses Jahr feiern wir den Empfang erneut gemeinsam mit dem Ikebana-International-Chapter Frankfurt“, sagte Krebs.

Beide Vereine begehen dieses Jahr ein Jubiläum: Während der Ikebana-Verein bereits seit 40 Jahren besteht, feiert der Heimatverein seinen 15. Neujahrsempfang. Diemal lautete das Motto „Brücken bauen – verbunden sein!“. „Gibt es angesichts des Zustandes dieser Welt ein besseres Motto?“, fragte der Vereinsvorsitzende. „Wer die Krisenherde in der Welt betrachtet, sieht, dass die Menschen zu viele Mauern und zu wenige Brücken bauen.“ Er zitierte den jugoslawischen Schriftsteller Ivo Andric: „Alles im Leben ist eine Brücke – ein Wort, ein Lächeln, das wir dem anderen schenken“. Eine Freude können nach Meinung des Vorsitzenden auch Blumen sein, besonders, wenn sie kunstvoll arrangiert sind.

Gerade die japanischen Samurai und Priester haben das kunstvolle Anordnen von natürlichen Gegenständen zur Kunstform „Ikebana“ entwickelt. Dabei soll die Natur in den Lebensraum des Menschen gebracht werden und innere Ruhe und Glückseligkeit vermitteln. „Jemand, der sich mit Ikebana beschäftigt, geht mit offenen Augen durch die Natur“, sagte Uschi Wehr, Vorsitzende des Ikebana-International-Chapters Frankfurt. „Wir suchen Äste mit bestimmten Formen oder entdecken Formen in Ästen und verarbeiten sie gedanklich bereits in eine spätere Installation.“ Wichtig sei es, sich beim Zusammenstellen des Kunstwerks mit der Natur zu vereinen. Doch Ikebana ist nicht gleich Ikebana. Inzwischen hat sich die moderne Kunstform „Sogetsu“ aus der traditionellen Form „Ikenobo“ entwickelt. Während bei letzterer nur natürliches Material verarbeitet wird, können bei der modernen Form auch menschengeschaffene Materialien wie Eisendraht verarbeitet werden.

Beim Neujahrsempfang im Haus der Stadtgeschichte präsentieretn die Ikebana-Künstler beide Richtungen. Der Vorsitzende des Ikebana-Bundesverbands, Jörg Löschmann, präsentiert die traditionelle Kunst, indem er Zweige und Blüten der Amaryllispflanze zu einem Gesteck verarbeitet. „Sie sehen, dass das Arrangement von der Seite eher wie ein Fächer aussieht, während es von vorne wie ein einzelner Strich aussieht.“ Uschi Wehr verarbeitet die Amaryllisblüten und alte Hüllenblätter einer Dattelpalme, die sie vor vielen Jahren in der Nähe von Athen gefunden hat.

Ihre Kollegin Kim Frank arrangiert Ingwer-Blüten mit Farnblättern und Ästen der Bannweide, die sie erst vor einem Tag in ihrem eigenen Garten geschnitten hat. Frank ist die einzige Ikebana-Künstlerin in Deutschland, die den Ausbildungsgrad „KEN SHU SHI“ absolviert hat. Heidi Gierschowski verarbeitet Magnolien und Calla in ihrem Arrangement. Zum Schluss kamen alle Künstler zusammen. Sie füllten große Vasen mit gefärbtem Wasser, arrangierten ausgediente Kleiderbügel und Palmenblätter zu einem Gesteck.

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