Lehrkräfte möchten die Kooperation mit den Firmen optimieren Berufsorientierung durch Betriebspraktika an der Friedrich-Ebert-Schule

Beim Praktika-Treffen an der Friedrich-Ebert-Schule suchen Lehrkräfte und Vertreter von Mühlheimer Betrieben nach Lösungen, um die Kooperation zwischen Schule und Unternehmen zu verbessern. Foto: m

Mühlheim (m) – Für die Lehrkräfte der Friedrich-Ebert-Schule (FES) zählt Arbeitslehre zu einem der wichtigsten Unterrichtsfächer.

Dabei werden die Mädchen und Jungen der Haupt- und Realschule frühzeitig und zielgerichtet auf ihren nächsten Lebensabschnitt vorbereitet. Die Pädagogen Elisabeth Herzog, Eric Larsen und Konrektor Daniel Henn diskutierten kürzlich mit Vertretern aus fünf Mühlheimer Betrieben die Angebote zur Berufsorientierung.

Dazu zählen vor allem Betriebspraktika in verschiedenen Organisationsformen. Von ihnen sollen alle Beteiligten profitieren, erklärte Henn. Dazu möchten die Lehrkräfte die Kooperation mit den Firmen optimieren, die regelmäßig Teenager in ihren Berufsalltag schnuppern lassen, und luden sie darum zur Vorstellung ihres Konzepts in die Einrichtung an der Heinestraße ein.

Pro Schuljahr absolvieren 200 bis 250 Mädchen und Jungen der Klassen acht und neun Projekte vom Praxistag über wöchentliche Besuche im Unternehmen bis zum Blockpraktikum über mehrere Wochen. „Wir versuchen, die Jugendlichen in eine Ausbildung zu bringen“, bekräftigte der Konrektor. Doch noch immer wählen 80 Prozent der Abgänger eine weiterführende Schule, Eltern sehen das Abitur als „heilige Kuh“. Der Trend sei vielleicht auch von der Politik verursacht, hielten Gastgeber und Teilnehmer übereinstimmend fest.

Schon lange vor den Praktika-Terminen beginnen die betroffenen Klassen, das Verfassen einer Bewerbung zu üben, stellten die Pädagogen ihren Weg vor. Manche Schüler machen jedoch nur ein „Verlegenheitspraktikum“ in Wohnungsnähe oder bei Bekannten. Wichtig sei der Bericht vom Arbeitsplatz, das beste Protokoll werde alljährlich prämiert, hieß es.

Der Buchhändler berichtete von vielen verschiedenen Formen, die Arbeitswelt im Fachgeschäft kennenzulernen. Der Autohändler rekrutiere seine Lehrlinge mittlerweile überwiegend aus den Reihen ehemaliger Praktikanten. „Doch seit Jahren bewirbt sich niemand mehr“, stellte der Unternehmer konsterniert fest. Ähnlich ergehe es der Gärtnerei, bestätigte die Inhaberin.

Bei der Baudekorationsfirma mit Maler- und Verputzbetrieb erschienen die Teenager oft unpünktlich. Wenn die Teams zu den Baustellen rausgefahren seien, gebe es kaum eine sinnvolle Beschäftigung für die jungen Leute, schilderte die Vertreterin der Geschäftsleitung die Erwartungen. Der Orthopädie-Laden könne aus Platzgründen nur alle zwei Jahre einen Schüler begleiten, weil auch angehende Mediziner kommen, um Erfahrungen zu sammeln.

Die verantwortlichen Lehrkräfte zeigten ihren Gästen detailliert die Phasen von Vor- und Nachbereitung auf. Mit Treffen mit den Verantwortlichen in den Betrieben und in Gesprächen mit Eltern soll die Situation verbessert werden.

Allerdings zeigen auch die Mütter und Väter oft wenig Interesse am Engagement der FES, bedauerte Henn.

Der Austausch soll fortgeführt werden.

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