Beschluss der Evangelische Dekanatssynoden Dreieich und Rodgau Sollstellenplan sieht weniger Pfarrstellen vor

In geheimer Abstimmung votierten beide Dekanatssynoden über den künftigen gemeinsamen Sollstellenplan der Evangelischen Dekanate Dreieich und Rodgau. Foto: p

Neu-Isenburg (red) – Mit perspektivisch weniger Pfarrerinnen und Pfarrern als bisher werden die Evangelischen Dekanate Rodgau und Dreieich in knapp zwei Jahren in ihre gemeinsame Zeit als fusioniertes Dekanat gehen: Knapp 80 Delegierte aus 28 Kirchengemeinden beider Dekanate beschlossen nun im Verlauf ihrer gemeinsamen Tagung im Evangelischen Gemeindehaus Rodgau-Dudenhofen einen neuen „Pfarrsollstellenplan“ für die Jahre 2020 bis 2024.

Gemäß Sparvorgaben der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sieht er Kürzungen bei den Pfarrstellen in den Kirchengemeinden sowie in den regionalen Diensten vor.

Nach intensiver Debatte folgten beide Dekanatssynoden im Bereich der gemeindlichen Pfarrstellen jeweils mit großer Mehrheit dem Vorschlag ihrer Vorstände: Danach werden im Evangelischen Dekanat Dreieich die Neu-Isenburger Johannesgemeinde sowie die Kirchengemeinde Langen mit jeweils einer halben Pfarrstelle betroffen sein. Im Evangelischen Dekanat Rodgau trifft es die Kirchengemeinde Seligenstadt und Mainhausen sowie die Mühlheimer Friedensgemeinde, ebenfalls mit jeweils einer halben Stelle.

Für die beiden Dekanatssynodalvorstände hatte Dr. Markus Domschke vom Evangelischen Dekanat Rodgau noch einmal die Kriterien erörtert, die bei der Berechnung der künftigen gemeindlichen Stellenanteile maßgeblich waren: die Zahl der Gemeindemitglieder sowie mit einem Anteil von fünf Prozent der Betrieb evangelischer Kindertagesstätten.

„Egal, welche Gemeinde oder welchen Arbeitsbereich es trifft, es ist schmerzhaft“, sagte der Dekan des Evangelischen Dekanats Rodgau, Pfarrer Carsten Tag. Er warb um Verständnis für den vorgelegten Plan: „Angesichts der derzeitigen Rahmenbedingungen kommen wir um Einsparungen nicht herum.“ Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung ermutigte auch Dekan Reinhard Zincke vom Evangelischen Dekanat Dreieich die Kirchengemeinden, verstärkt über Zusammenarbeit in Nachbarschaftsbereichen nachzudenken, um für künftig zu erwartende weitere Stellenkürzungen gut gerüstet zu sein.

Auf regionaler Ebene wird zum einen die 2017 im Evangelischen Dekanat Rodgau eingerichtete sogenannte „Springerstelle“ für pfarramtliche Vertretungsdienste in den Kirchengemeinden nicht fortgeschrieben. Auch bei den Dekane-Stellen steht eine Veränderung an: Im fusionierten Dekanat ist noch eine volle Stelle für einen Dekan sowie ein halber Stellenanteil für die Stellvertretung vorgesehen. Damit wird mit der Fusion hier ein Viertel-Stellenanteil eingespart.

Neben diesen Pfarrstellen ist auch eine halbe Referentenstelle in der Evangelischen Familienbildung von den Einsparungen betroffen. Hier sind die Dekanatssynodalvorstände allerdings zuversichtlich, den personellen Einschnitt durch eine veränderte Stellenfinanzierung in der Evangelischen Familienbildung seitens der Landeskirche kompensieren zu können. Entsprechende Anträge mehrerer Dekanate dazu liegen der EKHN-Kirchensynode bereits vor.

Laut geltender Beschlusslage in der Landeskirche sind die Zahlen der gemeindlichen Pfarr- und Fachstellen regelmäßig alle fünf Jahre anzupassen.

Dekan Zincke gab einen abschließenden Überblick der weiteren Schritte: „Wohin wollen wir als gemeinsames Dekanat steuern, und was sind unsere Ziele und Schwerpunkte?“ Thematisch werde sich das unter anderem bei der Frage nach Standort und Gestaltung eines neuen Hauses der Evangelischen Kirche niederschlagen. Die Projektgruppe beider Dekanate, die den Fusionsprozess gestaltet, führe, so Dekan Carsten Tag, derzeit Gespräche mit der Evangelischen Christus-Gemeinde Dietzenbach über die künftige Nutzung des Rut-Gemeindezentrums in der Rodgaustraße.

Auch die Zusammenführung der einzelnen Arbeitsbereiche der Dekanate Dreieich und Rodgau, die Ausschreibung der Dekane-Stelle für das fusionierte Dekanat und dessen Name werden in den kommenden Monaten weiter beraten.

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