Baubeginn für die Fröbelschule in Offenbach mit aufwendigen Vorarbeiten Problematischer Untergrund

Erdarbeiten an der Mühlheimer Straße, wo nun mit dem Neubau der Fröbelschule begonnen wurde. Foto: Jörg Muthorst/OPG

Offenbach (red) – Mit Baggerschürfen, Bodenanalysen und der Suche nach Kampfmittelrückständen hat die GBO Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach mbH damit begonnen, im Auftrag der Stadt Offenbach an der Mühlheimer Straße einen Neubau für die Fröbelschule zu errichten.

Die Ganztagsschule mit Förderschwerpunkt geistige und körperlich-motorische Entwicklung ist für 150 Kinder und Jugendliche und ebenso viele Lehrkräfte und Betreuungspersonen ausgelegt. Sie soll, laut Mitteilung der Stadt, zum Schuljahr 2021/2022 bezugsfertig sein und einen zu klein gewordenen Altbau in der Innenstadt ersetzen.

Das Immobilienunternehmen GBO aus der Stadtwerke-Gruppe fungiert damit erstmals als Bauherrin eines öffentlichen Schulgebäudes. Dieses Verfahren war gewählt worden, um zeitaufwändige Abstimmungsprozesse in den städtischen Gremien abzukürzen und dadurch den Bau zu beschleunigen. Mit der Projektrealisierung hat die GBO ihr Schwesterunternehmen OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH beauftragt.

Die Gesamtkosten der neuen Fröbelschule belaufen sich nach derzeitigem Stand auf rund 30 Millionen Euro. Sie werden zum größten Teil von der GBO über den Kapitalmarkt finanziert. Die Stadt Offenbach als Schulträgerin wird die Immobilie von der GBO mieten.

Stadtplanungs- und Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß: „Eine Förderschule ist planerisch nicht vergleichbar mit einer Regelschule. Es muss ein großer Augenmerk auf die unterschiedlichen Beeinträchtigungen der Schüler gelegt und für jeden Fall die bestmögliche Raumausstattung geschaffen werden.“

Für den Neubau sind einschließlich Außenanlage vier Bauphasen vorgesehen. Weil der Untergrund des 10.000 Quadratmeter großen Grundstücks problematisch ist, gehen dem eigentlichen Hochbau in einer ersten, dreimonatigen Bauphase aufwändige Vorarbeiten in Form umfangreicher Bodenuntersuchungen voraus. Dabei wird zugleich das Erdreich nach Kampfmittelrückständen sondiert. Im Zweiten Weltkrieg befand sich hier eine Flak-Stellung.

Weil hier früher ein Altarm des Mains floss, besteht der Untergrund des 5.000 Quadratmeter großen Schulgebäudes aus einem inhomogenen Gemisch aus Sand, Tonschichten und Grundwasser. Erst in einer Tiefe von acht Metern ist der Boden tragfähig. Im Zuge der Baugrundverbesserung müssen deshalb zur Gründung rund 1.000 sogenannte Rüttelstopfsäulen acht Meter tief in die Erde getrieben werden.

Mit Ausnahme des geplanten Schwimmbeckens, das nicht nur für Therapiezwecke, sondern über einen separaten Eingang auch für den Offenbacher Schulsport zugänglich sein soll, wird das Schulhaus nicht unterkellert. Um während der Bauarbeiten das Aufschwimmen tiefer liegender Bauteile zu verhindern, muss das Grundwasser über Monate durch Abpumpen abgesenkt werden.

Daher wird gleichzeitig am Einkaufszentrum auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf dem Gelände der ehemaligen Pelzveredlers Thorer regelmäßig der Grundwasserstand geprüft.

An die erste Bauphase der Bodenverbesserung schließt sich ab November dieses Jahres unmittelbar die Fundamentierung bis Oberkante Bodenplatte an. Diese zweite Phase soll bis Anfang 2021 abgeschlossen sein. Dann beginnen in einer dritten Bauphase die mit zwölf Monaten Bauzeit veranschlagten Hochbauarbeiten. Das Schulhaus soll nach den Plänen der Frankfurter Architektei Mey in konventioneller Bauart mit Keramik-Klinkerfassade entstehen. Nach Eröffnung der Schule wird dann in der vierten und letzten Bauphase das Außengelände gestaltet.

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