Initiative „Wir sind Breidert“ findet Braaret Bernsche zerstört vor und setzt alles wieder in Stand Vandalismus im Breidert

Trotz kalter Temperaturen packten viele gemeinsam mit an und sorgten für einen Wiederaufbau des Ortes innerhalb nur einer Woche. Foto: Berker

Rödermark (zsb) – Einen gewöhnlichen Spaziergang wollte Karlheinz Weber am Samstagmorgen des 31. Oktobers machen, doch als er am Braaret Bernsche ankam, folgte zunächst ein Schock. Der Mitinitiator der Initiative „Wir sind Breidert“ und die vielen Menschen der Umgebung, denen der Ort am Herzen liegt, fanden eine totale Verwüstung vor. In der Nacht war die Fläche vermüllt worden und es wurden massive Holztische und Bänke umgeworfen und dabei beschädigt. Die besondere Stelle im Wald im Breidert war 2012 von der Initiative restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Diese „Stätte der Ruhe und Begegnung“ wird seitdem regelmäßig für Geburtstagsfeiern, Treffen und eine Pause beim Spaziergang genutzt. Die Initiative feiert dort jährlich den ersten Advent mit Musik, Glühwein und guten Begegnungen und bietet einen Waldtag für Kinder im Herbst an. Der Ort ist vielen Menschen ans Herz gewachsen. Das bezeugen E-Mails, die Karlheinz Weber als Antwort auf seinen Bericht bekam. Den Menschen fehlten die Worte, sie bekundeten ihre Betroffenheit und boten Hilfe an. Die Helfenden der Initiative sind mit Unachtsamkeit an dem Ort in der Natur bereits vertraut. Häufig wird Müll nicht rechtens entsorgt, im Sommer werden unerlaubt Feuer entfacht. Ehrenamtliche helfen dann und räumen regelmäßig auf. Noch lieber wäre es ihnen, erzählt Karlheinz Weber, wenn auch in den späten Abendstunden, wenn der Vandalismus passiert, eine Kontrolle da wäre. Dabei wünschen sie sich Unterstützung von Verantwortlichen der Stadt und des Ordnungsamtes. Trotz der Vorfälle, die nicht nur schockieren, sondern auch verärgern, will Karlheinz Weber am liebsten eins: ein vernünftiges Gespräch auf Augenhöhe mit den Vandalen. Er erzählt von einer sehr positiven Erfahrung. Vor einigen Jahren sei eine Zeit lang eine Gruppe Jugendlicher im Breidert negativ aufgefallen. Er kontaktierte damals die Gruppe, holte sich Unterstützung von zwei Lehrerinnen, um die richtigen Worte zu finden und führte mit ihnen ein Gespräch. Für ihn war der offene Austausch darüber, was gebaucht wird und wie ein Miteinander besser aussehen könnte sehr lehrreich und hilfreich. Einen solchen Austausch wünscht er sich auch jetzt und würde sich über einen Kontakt freuen. Trotz aller Enttäuschung über die Arbeit, die entstanden ist, siegte sofort die Motivation. Der Entschluss, alles wieder aufzubauen, war gefasst. Vorher jedoch sollte die Zerstörung zu sehen sein für alle. Deshalb wurde nichts geändert, der Bereich wurde lediglich durch Absperrband markiert. „Museumsinsel – Kunst im Wald“, so nannte es die Initiative und machte so ironisch auf den Vandalismus aufmerksam. Am Montag nach dem Wochenende wurde der Müll von der Stadt bereits beseitigt. Am Samstag darauf wurden dann auch die Bänke und Tische repariert und in dem Zuge aufgewertet. Dafür sicherten viele Bürger ihre Hilfe zu, selbst wer nicht handwerklich helfen konnte, wollte zur moralischen Unterstützung kommen. Ein Ort, der so vielen am Herz liegt, wird sicher immer wieder aufblühen.

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