Zuerst die Idee und dann die Form Klaus Bittner-Retrospektive „Variable Reaktion“ in Bornheim

Eugen El (von links), Klaus Bittner und Vládmir Combre de Sena im Gespräch. Foto: Faure

Bornheim (jf) – Nur ein Bruchteil seiner Arbeiten kann im Ausstellungsbereich des Kunstvereins Eulengasse gezeigt werden. Aber alles ist vertreten: Malereien, Zeichnungen, Skulpturen, Objekte, Fotografien, digitale Kunst, Landschaftskunst, Installationen. Klaus Bittner ist keiner, der sich in Schubladen pressen lässt.

 „Ich habe zuerst eine Idee, dann wähle ich die für mich dazu passende Kunstrichtung aus“, sagt er. Bei der kreativen Umsetzung von solchen Ideen kennt er keine Grenzen, nutzt alles – von der Zeichnung bis zur digitalen Gestaltung. Bittner hat seit 1987 sein Atelier in der Berger Straße 329. Mit drei weiteren Künstlern gründete er 1989 die Gruppe „U4frAnkfuRT“, sie gestaltete das künstlerische Leben in Frankfurt mit, regelmäßig fanden bis 2002 gut besuchte thematische Ausstellungen im Atelier statt.

Auf dem Monitor läuft ein Folge von 120 Bildern, „Digital Art“. Damit beschäftigt sich Bittner seit 2007 – zusätzlich zu allem anderen. „Ich habe bis 2003 wissenschaftlich gearbeitet, beispielsweise unter dem Elektronenmikroskop Oberflächen untersucht. Aus diesen ganz kleinen Schwarz-Weiß-Bildern sind nun am Computer abstrakte farbige Arbeiten geworden“, erklärt er. So können aus Materialfehlern inspirierende Phantasiewelten für den Betrachter entstehen.

 „Es ändert sich gerade was“

Klaus Bittner arbeitet multidisziplinär: „Ich will nicht auf Stühlen sitzen, sondern zwischen ihnen tanzen“, sagt er. Und passt so sehr gut in die „Eulengasse“, deren diesjähriges Jahresmotto „Es ändert sich gerade was“ heißt. „Bei Klaus Bittner ändert sich ständig etwas“, sagt Harald Etzemüller, vom Vorstand des Vereins bei der Begrüßung der Gäste zur Vernissage. Klaus Bittner gehört dem Verein Eulengasse seit sieben Jahren an. Vereinsmitglied Vládmir Combre de Sena kuratiert die Ausstellung: „Ich habe mich seit einiger Zeit mit Klaus Bittner beschäftigt, der Geist der Zeit wird in seinen Arbeiten deutlich. Und sein Blick verändert sich ständig.“

Eugen El führt in die Exposition ein: „Retrospektive klingt nach Bilanz. Aber Klaus Bittner denkt nicht auch nur ansatzweise daran, in den künstlerischen Ruhestand zu treten“, sagt El.

Werke sind bis 3. Juli zu sehen

Bittners „variable Reaktion“ sei so etwas wie ein Geheimrezept, eine „Strategie zur Vermeidung identifizierbarer Kontinuität“, die sich „gegen ästhetische Erstarrung, das Verharren auf einer Position und den Identitätszwang des Marktes“ richte, wie der Künstler selbst schreibt. „Mein normales Leben verlief ohne Eskapaden, ohne Drogen. In der Kunst ist das um 180 Grad gedreht“, erläutert Bittner selbst. Er habe wissenschaftlich gearbeitet, die Kunst war ihm schon früh Ausgleich. Und er verspricht: „Sonntags mache ich Galeriedienst, da können die Leute mit mir reden, wenn sie mögen.“

Die Ausstellung wird bis zum 3. Juli in den mit einem großen „E“ von außen weithin sichtbar gekennzeichneten Räumen in der Seckbacher Landstraße 16 gezeigt, geöffnet ist donnerstags von 17 Uhr bis 21 Uhr, freitags von 15 Uhr bis 18 Uhr, sonntags von 15 Uhr bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung, mehr ist unter www.eulengasse.de zu finden.

Zur Exposition erschien der erste Teil eine Katalogs zum Œuvre von Klaus Bittner, zwei weitere Bände werden im Herbst folgen.

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