Wie das Spießfeld-Kiosk zur Talstation wurde Pfarrfastnacht im Pater-Delp-Haus lebt von Wortbeiträgen

Die Pfarrei-Fetzer heizten im Pater-Delp-Haus mit einem Medley Dieburger Fastnachtsschlager ein. Foto: Dörr

Dieburg (jd) – Pfiffige Vorträge prägten die Pfarrfastnachtsitzung im Pater-Delp-Haus. Auf’s Tapet kamen welt- und lokalkirchlichen Themen, darunter Lob für den Papst und Sorge um das St. Rochus Krankenhaus. Nicht zuletzte wurde auch geklärt, wie das „Spießfeld-Kiosk“ zu seinem Spitznamen „Talstation“ kam.

„Ich ging mal spazieren, im Spießfeld am Wald – ich guckt‘ ganz verwunnert, hab’s grad noch geschnallt. Do stand e kloa Wertschaft, wo e Kiosk als wor – auße veel Blume un Rabatte davor.“ So beginnt die Büttenrede, die Konrad Kurbel auf den beiden diesjährigen Dieburger Pfarrfastnachtsitzungen am Freitag- und Samstagabend im Pater-Delp-Haus zum besten gab. Insbesondere pfiffige Wortvorträge wie seiner prägten das vierstündige närrische Treiben, das am Freitag mit 120 Zuschauern ausverkauft und am Samstag mit 100 Fastnachtern fast bis auf den letzten Platz besetzt war.

Doch der Reihe nach: Begrüßen ließ der Festausschuss um Doris Diefenbach, Kilian Ludwig, Heike Immig, Monika Hartmann, Ordenhersteller Hans Rohmann die Gäste durch ein vierköpfiges Moderationsteam aus der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul. Wie stets gut aufgelegt führten Christiane Bubach, Brigitte Miller, Simone Blank und Angelika Gondolf durch den Abend. Damit sie auch verstanden wurden, waren sie auf die tontechnische Mitarbeit von Klaus Schulte angewiesen. Er hatte auch das Bühnenbild erschaffen. Den gesamten Abend über sorgte am Keyboard zudem Werner Utmelleki für die musikalische Untermalung und eine Schunkelrunde.

„Vom Rochus gibt’s nichts Gutes zu berichten"

Sich nur kurz, dafür aber umso intensiver ins Zeug legen mussten hingegen die Pfarreifetzer. Die Truppe um Matthias „Hardy“ Hartnagel, Armin Hamich und Thomas Blank musizierte im Pater-Delp-Haus in bester Äla-Fetzer-Manier und zollte den von den KVD-Sitzungen bekannten Stimmungsmachern dahingehend Tribut, dass sie in ihr Medley von Dieburger Fastnachtsschlagern auch das Äla-Fetzer-Lied („Wir sind alle bereit – lasst uns heute noch etwas erleben. Wenn man singt und lacht, bis die Bude kracht – dann ist Äla-Fetzer-Zeit!“) einbauten. Das Protokoll war einmal mehr fein gereimte Sache von Seppel Hach. Er widmete sich intensiv welt- und lokalkirchlichen Themen, lobte etwa Papst Franziskus, stellte aber auch fest: „Doch ganz leicht hat er es nicht, er hat Gegner von Gewicht. Ein Buchtitel, der zeigt es an: der Papst unter Wölfen im Vatikan.“ Sorgen machte ihm die Entwicklung des Dieburger Krankenhauses: „Vom Rochus gibt’s nichts Gutes zu berichten – schlechte Nachrichten sich verdichten. Was auch geschieht, ist fast einerlei – die goldenen Zeiten sind vorbei.“ Allein 26 Verse widmete Hach den neuen, großformatigen Gesangbüchern der Pfarrgemeinde, was besonders bei den regelmäßigen Gottesdienst-Besuchern und den Narren für große Erheiterung sorgte.

Ohne Reime, dafür mit zueinander passenden Bewegungen wirbelten anschließend zwei der Kindertanzgruppen des KVD über die kleine Bühne und durften jeweils eine Zugabe geben. Die Gruppen leiten Carina Winter, Natalie Josten und Evelyn Pfeifer beziehungsweise Dagmar Ruißinger und Tanja Siebart. Getanzt wurde zu späterer Stunde auch noch vom Männerballett (Leitung: Katharina Albert und Christiane Bubach): Hier wackelten die Tänzer Kilian Ludwig, Erik Marx, Claus Konrad, Hans Ulrich Kaiser, Matthias Hartnagel und Thomas Blank an Rollatoren in den Saal.

Emanze trifft Kirchenmäuse

Den Reigen an Wortvorträgen setzten nach Hachs Protokoll Hiltrud Jonas als „Emanze“, Sina und Lara Miller als „Kirchenmäuse“, Multitalent Christiane Bubach und Sabine Gschwendtner im Zwiegespräch „Dicke sinn ja aach ganz schee“, Mechthild Pfeil („Vortrag über Stadt und Kirche“) sowie Pfarrer Alexander Vogl – diesmal nicht als Till Eulenspiegel, sondern als „Deppchen“ – fort. Und eben eingangs erwähnter Konrad Kurbel, der einst auch zu den regelmäßig Vortragenden der großen KVD-Sitzungen zählte: Er löste schließlich auf, wie das Spießfeld-Kiosk zu Zeiten der nun nicht mehr dort werkelnden Pächterin Natalja Ruff den Spitznamen „Talstation“ erhielt: „Von der Bergstation Moret kamen mittwochs poor Leit‘ – die sehr kreativ, mer kann sage: gescheit. Es wor’n Reinhold un Philipp un de Heinz mit em Bu – außerdem Helmut und der Karl-Heinz dazu. Kamen zum Stammtisch am Mittwoch, der wie immer gut druff – un uff aomol sagt einer, jetzt passt mol gut uff: Ihr kummt vun de Moret, der Bergstation droben – die nah‘ ist beim Herrgott, so ganz weit da droben. Erunner zu uns, in’s Tal zu uns runter – seid immer gut druff, sehr putz un aach munter. Es ist an der Zeit, fer en treffende Namen – fer diese Location, in dem schöne Rahmen. Ich schlage Euch vor un jetzt tut Euch erheben – dass mir dieser Wertschaft den schönen Namen ,Talstation’ geben! So bekam dieser Ort diesen treffenden Namen – auch der KVD hot’s unnerstützt – in Ewigkeit Amen!“

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