Rodgau: Museum für Heimat- und Erdgeschichte geöffnet

In neuen Räumen Heimatgeschichte erkunden

Die Jügesheimer begaben sich auf einen Streifzug durch ihr neues Museum für Heimat- und Erdgeschichte. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Auch in den neuen Räumlichkeiten ist das Jügesheimer Museum für Heimat- und Erdgeschichte ein Ort der Kommunikation. Nachdem vor einigen Wochen der Vorstand den tatkräftigen Händen der Umzugs einen Helfertag spendierte, standen nun erstmals die Türen in der Vordergasse 59 für das breite Publikum offen.

Dabei thematisierten die Jügesheimer die guten alten Zeiten. Es wurden Fotos der Familienangehörigen herumgereicht, und die auf Gemälden erhaltenen früheren Ortsansichten Jügesheims kommentiert.

Die Besucher lobten die neuen und hellen Räumlichkeiten in der Vordergasse, zahlreiche Exponate waren ausgestellt, ohne dass die Räume überladen wirkten. Eine Besucherin vermisste die lange Tafel, an der am alten Stammsitz in der Schwesternstraße gemeinsam Kaffee getrunken wurde. Dort saß man zusammen zum Schwätzchen. Ein Besucher kam aus Seligenstadt, und zeigte sich fasziniert von der Vielfalt der Exponate. Besonders die detailreiche Arbeit, die Hans Deister in das Modell Jügesheims von 1848 steckte, begeisterte den Gast.

Magnet "Erdgeschichte"

Auch die wertvolle Sammlung der Erdgeschichte mit den unzähligen Fossilienfunden des Gerhard Lämmlein sprachen den Besucher an. Gut 90 Prozent aller diesbezüglichen Exponate fanden den Weg von der Schwesternstraße in das neue Museum. Wenige große Knochen, wie die der Seekuh, mussten aus Platzgründen anderweitig untergebracht werden. „Das geht hier halt nicht“, drückte Gerhard Lämmlein sein Bedauern aus. Auch die Kopie des Urvogels Archäopteryx ist nun nicht mehr ausgestellt. Andere Fossilien stehen aus Platzgründen nun senkrecht aufgestellt auf den obersten Vitrinen, an den Wänden ist schlicht nicht genügend Raum. Entgegen dem Archäopteryx haben die drei Milliarden Jahre alten Versteigerungen der Stromatolithen den Weg in die Vordergasse gefunden; sie sind in den neuen Vitrinen zu sehen.

Sehr viel Arbeit steckten die Ehrenamtlichen in den Umzug. „Es musste alles in die richtige Reihenfolge“, erläuterte Gerhard Lämmlein, der 1960 die Suche nach Versteinerungen der Erdgeschichte zu seinem Hobby machte. So sind Tiefengestein, Ergussgestein, Erosionsgestein und Ablagerungen von einander getrennt., aber in der richtigen Reihefolge des Entstehens. „Diesen wissenschaftlichen Anspruch habe ich“, erläuterte der Hainhäuser seine Konzeptionierung. Dafür gab es bereits viel Lob von hochrangigen Wissenschaftlern Deutschlands, die bei Exkursionen in die Region einen Abstecher ins Jügesheimer Museum machten.

Abgeschlossen sind die Arbeiten im neuen Heimatmuseum noch nicht. In der ein oder anderen Vitrine brennt noch kein Licht. An anderer Stelle hätte sich eine Besucherin die Fotos der früheren Schuljahrgänge gewünscht. Diese sind noch in den Schränken verstaut, ob sich für sie noch ein Fleckchen an der Wand findet, wird die Zukunft zeigen. Allzu überladen soll das Museum schließlich auch nicht sein.

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