Botanischer Spaziergang mit Nabu-Chef Josef Lach

Rodgau: Wechselwirkungen in der Natur

Josef Lach ist gesucht als kompetenter Fachmann in Fragen zu Fauna und Flora. Beim botanischen Spaziergang von Bündnis 90/Die Grünen erläuterte er Zusammenhänge in der Natur sowie Grundlegendes in der Region. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Die Politiker von Bündnis 90/Die Grünen bieten jeden Sommer erfüllte Freizeitbeschäftigungen innerhalb Rodgaus an. Dieses Jahr stand ein botanischer Spaziergang auf dem Programm.

Als Experten hatten die Organisatoren den Vorsitzenden des hiesigen Naturschutzbundes, Josef Lach, gebucht. Von den übergeordneten Zusammenhängen der Bodenverhältnisse bis ins Detail der Wechselwirkungen des Lebens zwischen Pflanzen und Tieren gingen seine Erläuterungen. Ein Dutzend Besucher folgte dem Naturliebhaber entlang des drei Kilometer langen Rundkurses. „Die Natur sieht schon aus wie im Frühherbst“, beobachtete und kommentierte Josef Lach. Diese Tatsache führte er auf die extreme Trockenheit dieses Sommers zurück: „Vieles ist bereits verblüht“.

Wolfstrapp und Krebsschere

Rodgau ist Teil der Untermainischen Ebene, die in und um die Stadt von Flugsanden und Tonlinsen dominiert ist. So liegen unterschiedliche Lebensräume in direkter Nachbarschaft, trockene und sandige Böden, wie auch an der Waldfreizeitanlage in Jügesheim, an der viele Kiefern wachsen, aber auch Eichen, Buchen, Fichten und der Bergahorn. Gerade dort, rund um die Einrichtung des Zweckverbandes Wasserversorgung Offenbach, sind auf wenigen hundert Metern mehrere Tümpel und Teiche zu finden. Es wachsen seltene Pflanzen wie der Wolfstrapp und die Krebsschere.

Eingriffe des Menschen sichtbar

Natürlich präge auch in Rodgau der Mensch die Natur sehr stark, erläuterte Josef Lach. Die Pappeln entlang der Rodau sollten zum Beispiel gute und schnell wachsende Holzlieferanten sein. So dachten zumindest die Stadtplaner beim Pflanzen selbiger vor langer Zeit. Wirtschaftliche Interessen standen im Vordergrund, denn Pappeln sind Lieferanten eines weichen Holzes. Sie waren über Jahrzehnte weithin sichtbare Erkennungsmerkmale des Wasserlaufs der Rodau. Die Entwicklung erfolgte dann nicht wie ursprünglich gedacht, heute sind die Pappeln bis auf ein gutes Dutzend wegen ihres Alters und mangelnder Stadtfestigkeit gefällt.

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