Laufräder und Profi-Velos John Degenkolb im Museum für Kommunikation

Gruppenfoto mit John Degenkolb und Kindern vor dem Museum für Kommunikation. Foto: Faure

Sachsenhausen (jf) – John Degenkolb kam gerade vom ersten Rennen des Jahres, dem Frühjahrsklassiker Mailand–Sanremo am 18. März, zurück. Mit dem siebten Platz ist er zufrieden: „Es war ein guter Auftakt der Saison.“ Doch darum ging es beim Medientermin im Museum für Kommunikation nicht. Da standen die Jüngsten im Vordergrund: Degenkolb stellte die Projekte Dege Juniors und Dege Bambini vor.

„Vor 20 Jahren saß ich selbst das erste Mal bei einem Rennen auf dem Rad. Der erste Pokal steht heute noch bei mir zuhause“, verriet er und fügte hinzu: „Ohne Unterstützung hätte ich meinen Weg zum Radprofi nicht geschafft.“ Genau diese Unterstützung will er weitergeben – an die Jüngsten. Deshalb hatte er schon lange die Idee, die Zwei- bis Siebzehnjährigen nicht nur als Zuschauer beim Rennen „Eschborn – Frankfurt. Rund um den Finanzplatz “ einzuladen, sondern sie am 1. Mai zur Teilnahme zu bewegen.

Alle Teilnehmer werden Sieger sein

„Mit diesen Projekten wende ich mich an Kinder und Jugendliche, die sich für den Radsport interessieren und will diese Disziplin weiter nach vorn bringen“, sagte der Profi. Das Dege-Bambini-Rennen über etwa 200 Meter für die Zwei- bis Fünfjährigen wird in zwei Kategorien nach Größe der Laufräder auf der Zielgeraden an der Alten Oper in Frankfurt ausgetragen. Schon jetzt steht fest: Alle Teilnehmer werden Sieger sein, jeder bekommt eine Medaille.Für die Sechs- bis Siebzehnjährigen wird es Dege Juniors geben, auch hier sind verschiedene Kategorien geplant.

„Ich möchte den Jüngsten mit Rat und Tat zur Seite stehen, ein Vorbild zum Anfassen sein. Aber an der Strecke kann ich den Kindern und Jugendlichen nicht zuwinken, weil ich selbst teilnehme“, erklärte der vielfache Sieger, der 2007 erstmals als Junioren-Vizeweltmeister im Zeitfahren mit auf dem Podium stand. Seine Eltern Annett und Frank Degenkolb unterstützten ihn, als er das Radfahren für sich entdeckte. „Aber man sollte sich als Kind nicht nur auf eine Sportart konzentrieren. Das Gemeinschaftsgefühl beispielsweise beim Fußball ist wichtig. Auch bei mir gehören andere sportliche Betätigungen zum Training dazu“, erklärte der Profi.

Ein Pflasterstein statt eines Pokals

Noch mache ihm das Radfahren Spaß: „Es ist ein erfüllter Traum, eine Leidenschaft. Selbst wenn einem gerade nach der Saisonpause am Berg die Beine weh tun, wenn man Stürze und Rückschläge verkraften muss.“ Sollte dieser Spaß verloren gehen, werde er aufhören. Doch so weit ist es längst noch nicht. Auf die Frage nach dem bislang schönsten Moment seiner Karriere sagte Degenkolb: „Es war der Sieg beim Rennen Paris-Roubaix 2015. Da bekommt man nämlich keinen Pokal, sondern einen Pflasterstein, der steht für die schwierigen Kopfsteinpflasterpassagen auf über 50 von mehr als 250 Kilometern Streckenlänge.“

„Und wenn man mal aufs Klo muss?“, fragte ein kleines Mädchen. Für die Männer ist das kaum ein Problem, wird „nebenbei“ erledigt. „Aber es gibt auch Gruppenpausen“, verriet Degenkolb. 300 Tageskilometer und sieben Stunden auf dem Rad hält keiner durch. Auf den 200 Metern der DegeBambini-Strecke dürfte es solche Probleme nicht geben. Die Radprojekte sind ein Anfang, dahinter steht nicht nur ein bekannter Name, sondern ein ganzes Team. „Vielleicht wird ja noch mehr daraus“, hofft Degenkolb.

Auf ein Laufrad setzte er sich nicht: „Das würde wohl Schaden nehmen“, scherzte der Profi, der selbst nie ein solches Gerät ausprobiert hatte: „Als ich klein war, gab es nur Kinderfahrräder mit Stützrädern.“ Wer am 1. Mai dabei sein will, braucht nur ein Lauf- oder Fahrrad – und einen Helm. „Der Kopfschutz ist ganz wichtig, daran müsst ihr immer denken“, erinnerte John Degenkolb zum Schluss der Vorstellung seiner Projekte.

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