Gedanken zu einer Person, die zwölf Jahre lang für die Bürger da war Alles richtig gemacht bis zum bitteren Ende?!

Bei allen möglichen Vereinen und Gruppierungen verabschiedet worden ist in den vergangenen Tagen Claudia Bicherl, die zwölf Jahre als Erste Stadträtin in Seligenstadt wirkte. Von den Handwerkern gab"s einen „Biergarten“. Foto: beko

Von Bernhard Koch

Seligenstadt – „Ei, guude!“ oder „Mer brauche uns net zu verabschiede, mer sehn uns sischer irschendwo!“ Wer Insider in der Einhardstadt ist, muss nicht zwangsläufig weiterlesen, um zu erfahren, um welche Person es nachfolgend geht. Schon die beiden ersten Wörter gelten als Markenzeichen für eine Frau, deren Namen lange Zeit in vieler Munde war: Claudia Bicherl.

Claudia Bicherl, fastnachtlich ausgedrückt elf plus ein Jahr Erste Stadträtin in Seligenstadt, hat ihren Hut genommen. Oder besser gesagt: Musste ihren Hut nehmen. Das bestätigte sie auch nochmal in einem Interview mit unserer Tageszeitung Offenbach-Post an dem Tag, da ihr Nachfolger Michael Gerheim 34-jährig offiziell ihr Amt übernahm. „Ich gehe nicht ganz freiwillig“, sagte sie unserem Redaktionsleiter Michael Hofmann und ergänzte, wie es ihre Art war und ist, dass „es mich doch mehr mitgenommen hat als gedacht“.

Klar, wenn man zwölf Jahren Dienst tut, für die Bürger der Stadt da ist, auch wenn’s mal beim Zwischenstopp mit dem Fahrrad auf dem Weg zum Dienst ist oder beim Beobachten der Feuerwehrübung. Nein, wir verraten hier nichts von dem einen oder anderen Gespräch, dessen Inhalt wir registriert haben, aber in journalistischer Sorgfaltspflicht für uns behalten. Man soll ja nicht über alles schreiben, was man weiß. Wäre auch nicht so gut (für manchen).

Stolz ist Claudia Bicherl, die eine tadellose (im Gegensatz zu einer tatenlosen) Bilanz in ihrer Amtszeit vorweisen kann, besonders auf ihre ehemaligen Mitarbeiter, bleibt ihrer CDU-Partei treu, die sich „ja nur halbherzig und viel zu spät in den letzten Monaten für ihre Wiederwahl eingesetzt hatte“ (Zitat einer Frage aus dem OP-Interview), spricht zwar von „kleinen Ärgerlichkeiten“ aber sagt deutlich: „Die CDU bleibt meine Partei.“

Manch anderer hätte eine andere Entscheidung getroffen, vor allem, wenn’s so richtig menschelt. Apropos menschelt, wenn Menschen von Kommunikation und Kooperation reden, allerdings Taten nicht folgen lassen. Wenn sie nach außen ihren Job machen, oft mit harter Hand und unbarmherzig, aber den Menschen vergessen. Konkrete Beispiele lassen wir da lieber weg.

Allerdings ist schon erwähnenswert, dass „Herr Gerheim bis heute nur einmal“ mit Claudia Bicherl gesprochen hat oder auch, dass der Stadtverordnetenvorsteher bei der detaillierten Begrüßung zur Amtseinführung des Ersten Stadtrates (und nicht nur da) einfach mal auszugsweise nur bestimmte Presseleute willkommen heißt. Okay, wir haben’s nicht nötig, wir berichten trotzdem. Bei der Fastnacht wird ja die Presse inzwischen auch nicht mehr überall eigens begrüßt, dafür aber… Lassen wir das!

Um Claudia Bicherl ging’s und ihre „Zwangspensionierung“. Wer weiß. Vielleicht hat sie alles richtig gemacht, bis zum Schluss: Den Übergang als Urlauberin aus der Ferne erlebt. Und das, obwohl sie vielen, vielen Seligenstädtern doch so nah ist.

Die SHB-Redaktion wollte ihr (und anderen) das einfach mal mit auf den Weg geben…

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