Ahmadiyya-Gemeinde empfängt Besucher zum Tag der offenen Tür in der Bait-ul-Baqi-Moschee Informationen sollen helfen, Vorurteile abzubauen

Bashar Ahmed Shad, Mohammad Numan und Wadjih Uddin Chaudry (von links) haben Besucher zum Tag der offenen Tür in der Bait-ul-Baqi-Moschee empfangen.  Foto: Kokoschka

Dietzenbach (zvk) –  Aufklären, zu Gesprächen einladen und so Vorurteile aus der Welt räumen: Das ist nach eigenen Angaben das Ziel der „Ahmadiyya Muslim Jamaat“-Gemeinde. Jedes Jahr am 3. Oktober lädt die Gemeinde in die Bait-ul-Baqi-Moschee zum Tag der offenen Tür ein.

„Wir haben diesen Tag ausgewählt, um zu zeigen, dass wir uns Deutschland zugehörig fühlen“, sagt Wadjih Uddin Chaudry. Aktuell absolviert Chaudry eine Ausbildung zum Imam und Theologen am Institut der Ahmadiyya-Gemeinde in Riedstadt. Am Tag der Deutschen Einheit steht er mit weiteren Gemeindemitgliedern Besuchern Rede und Antwort: „Wir haben viele Fragen gestellt bekommen, zum Beispiel zur Rolle der Frau oder wie der Islam den Frieden sieht, die Gäste haben ehrliches Interesse an unserer Religion gezeigt.“ Am Vormittag sei der Besucher-Ansturm groß gewesen, am Nachmittag sei es dann ruhiger geworden, berichtet Chaudry. Auch Anwohner aus der Nachbarschaft seien gekommen, um die Gemeinde kennenzulernen. „Ein älterer Herr, der nebenan wohnt, hat sich danach erkundigt, was wir hier lehren.“

Im Gebetssaal der Männer hat die Gemeinde Transparente aufgebaut, die über die Wissenschaft im Islam, die Rolle der Frau und die Kalifen, die religiösen Oberhäuptern der Gemeinde, informieren. Neben dem nachbarschaftlichen Dialog will sich die Gemeinde auch mit Vorurteilen auseinandersetzen: „Einige denken bei einem Bartträger: ,Oh, der ist bestimmt ein aggressiver Muslim’“, sagt Chaudry und streicht sich über seine Kinnhaare. Mittlerweile habe sich diese Denkweise aber gebessert: „Das liegt aber eher daran, dass Barttragen ein Trend geworden ist.“

Auch Asfa Mohammad kennt solche Gedanken und kritische Fragen: „In diesem Sommer wurde ich oft gefragt, ob mir nicht warm sei mit meinem Kopftuch“, sagt sie und lacht. „Na klar, war mir warm. Aber es ist auch eine Gewohnheitssache.“ Die 31-Jährige engagiert sich im Bundesvorstand der Ahmadiyya-Gemeinde. Mohammad bedauert: „In den Medien wird auch viel Positives über den Islam berichtet. Aber leider dominieren aufwühlende Bilder und Artikel. Viele Menschen verlassen sich dann auf diese Informationen, statt weitere Quellen zu lesen.“ Den Tag der offenen Moschee will sie darum nutzen, um mit dem Schubladendenken aufzuräumen.

Diese offene Einstellung schätzen Luise Oberdorfer und Peter Seitz. Gemeinsam besuchen sie die Moschee. „Ich schätze die Offenheit und Freundlichkeit, auch dass die Gemeindemitglieder so bereit sind, auf alle Fragen zu antworten“, lobt Oberdorfer.

Die „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ wurde 1889 gegründet. Sie bezeichnet sich als Reformgemeinde, deren Ziel es ist, einen toleranten und friedliebenden Islam zu praktizieren. Weltweit hat die Gemeinde nach eigenen Angaben mehrere Millionen Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern organisiert. In Dietzenbach zählen rund 700 Muslime zur Gemeinde.

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