Ladenwechsel in der Altstadt „Passt und wird gut“

Tapetenwechsel: Corinna Raab in ihrem neuen Laden an der Schulstraße. Foto: Schmedemann

Dietzenbach (liz) – Etwas kahl sieht die Fassade des kleinen Ladengeschäfts noch aus, so ohne Schild, aber dafür mit Blumen vorm Schaufenster. Der „Foto Raab“ ist umgezogen und seit Kurzem in der Schulstraße 30 zu finden. Der Rabe auf der Leuchtreklame hängt noch an der Hauswand in der Bahnhofstraße – und wird auch nicht mit umziehen, denn mit dem Umzug ändert sich auch das Logo. „Aber das Angebot ist dasselbe wie davor“, verspricht Inhaberin Corinna Raab.

Das Fotogeschäft der 52-Jährigen ist von etwa 100 Quadratmeter auf schmale 30 geschrumpft. Das Angebot von Pass- und Bewerbungsbildern sowie das Drucken und Entwickeln von Fotos ist nach wie vor umsetzbar. „Meine Maschine passt rein, das war die Hauptsache“, berichtet sie und deutet auf einen grauen Koloss, der auch schon im alten Ladengeschäft hinter der Theke stand. Sie deutet weiter in die Fotonische: „In der Ecke sind natürlich keine Gruppenshootings mehr möglich.“ Diese bietet sie weiterhin im Freien an.

Der neue Schriftzug ziert zurzeit noch auf provisorischem Fotopapier Theke und Tür. „Der Umzug hier her hat insgesamt frischen Wind reingebracht“, beschreibt Raab. Sie wirkt glücklich in ihrem neuen Reich und erläutert: „Die Branche hat sich in den letzten Jahren eben geändert.“ Hobbyfotografen, die einen vollen Film oder eine Speicherkarte zum Entwickeln vorbeigebracht haben, um sich ihre Werke in physischer Form anschauen zu können, sind selten geworden. „Das fing eigentlich mit den Smartphones an“, meint die Fotografin. Die kleinen Taschencomputer reichen den meisten als Kamera und digitales Fotoalbum aus. „Wenn jemand etwas ausgedruckt haben will, sind es vielleicht mal zwei Motive“, sagt Raab. Somit fällt auch der Bedarf an Bilderrahmen, Fotoalben und Geschenkartikeln weg. Für Kurzentschlossene hält die 52-Jährige jedoch auch eine kleine Auswahl an der Schulstraße bereit. Als sie vor 18 Jahren das Geschäft „Foto und Digital“ in der Bahnhofstraße 9 übernommen hat, „war das noch eine ganz andere Sache mit der Laufkundschaft“.

Nun freut sich Corinna Raab jedoch auf ihr „Home Office“. Das Ladengeschäft auf dem Familiengrundstück stand zehn Jahre leer. Eine neue Scheibe sowie ein Schild und eine „Beachflag“, eine Standflagge, werden in den kommenden Wochen das Erscheinungsbild noch aufwerten und das Gesamtbild abrunden. „Ab Oktober kann ich dann wieder die Öffnungszeiten verlängern“, freut sie sich.

Der Nachmieter für die Räume in der Bahnhofstraße ist ebenfalls kein Unbekannter in der Altstadt: Ab April kommenden Jahres wird dort das Geschäft von Blumenbinder Arne Brokmeier zu Hause sein. Für ihn und seine Kollegin Sabrina Renner bedeutet das: 50 Quadratmeter mehr Fläche für Kreativität. Welches Konzept die Kunden am neuen Standort erwartet, kann das Zweiergespann noch nicht sagen. „Wir warten zunächst einmal das Weihnachtsgeschäft ab, und eine Pandemie haben wir ja trotzdem noch“, sagt Brokmeier. Im Januar will er mit den Renovierungsarbeiten beginnen. Die Scheune in der Rathenaustraße 4, der aktuelle Standort, ist renovierungsbedürftig. Der Umzug hat schlicht kaufmännische Gründe. „Das ist insgesamt günstiger“, begründet Brokmeier.

Dennoch schauen er und Sabrina Renner mit einem lachenden und einem weinenden Auge dem neuen Kapitel entgegen. „Wir haben uns super mit dem Hügeleck verstanden“, sagt sie. Nach vier Jahren sei es „schon okay“, das Geschäft, das Brokmeiers Vater vor 38 Jahren gegründet hat, an anderer Stelle fortzuführen. Der Blumenbinder freut sich darauf, den Schaufenstern neues Leben einzuhauchen. „Der Hofladen der Familie Knecht verkauft frische Ware – und wir auch“. Er ist sich sicher: „Das passt und wird gut.“

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