Stadt bekommt Landeszuschuss für weitere Video-Kameras „Wir haben den Angstraum Bahnhof entkrampft“

Mit dem Landeszuschuss in Höhe von 13.000 Euro sollen weitere Kameras am Heusenstammer Bahnhof installiert werden, um die Fahrradständer besser in den Blick zu bekommen. Die Erweiterung werde insgesamt 19.300 Euro kosten, informierte Rathauschef Halil Öztas. Foto: m

Heusenstamm (m) – „Ich bin ein Verfechter der Video-Überwachung, wo sie Sinn macht!“ Staatssekretär Werner Koch fährt eine klare Linie in Sachen Prävention und überbrachte unlängst Bürgermeister Halil Öztas persönlich einen Bescheid über 13.000 Euro. Mit dem Landeszuschuss sollen weitere Kameras am Bahnhof installiert werden, um die Fahrradständer besser in den Blick zu bekommen.

Die Erweiterung werde insgesamt 19.300 Euro kosten, informierte der Rathauschef bei einem Pressetermin.

Seit 2010 betreibe die Stadt die Kontrolle mit sechs Kameras, dennoch registrierte sie im Laufe der vergangenen Jahre eine Zunahme von Straftaten, insbesondere von Fahrrad-Diebstählen. Darum sollen nun vier weitere Objektive auf die Abstellplätze auf beiden Seiten der S-Bahn-Station gerichtet werden.

Sie könnten Personen von noch präziser erfassen und Täter identifizieren, betont Öztas. „Neben einer besseren Aufklärungsquote soll eine generelle Verbesserung der objektiven Sicherheit und des subjektiven Sicherheitsempfindens erreicht werden“, argumentiert er. Dazu arbeite die Stadt eng mit der örtlichen Polizei zusammen. Auch im Revier am Frankfurter Weg laufen die Kamerabilder auf.

Harry Keckeis, Leiter der Polizeistation Heusenstamm, sprach bei dem Treffen im Bürgermeisterzimmer von einer „deutlichen Verbesserung der Aufklärungsquote“, weil die Qualität der Kameras besser sei.

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Es handle sich um feste Objektive und bewegliche Dom-Kameras, die auch vom Revier aus führbar seien. Immer wieder würden polizeibekannte Täter identifiziert, denen mehrere Taten nachgewiesen werden könnten. „Manchmal können wir Taten live im Revier verfolgen“, berichtete Keckeis aus der Praxis.

Gestohlen werden nicht nur teure Drahtesel und E-Bikes. Nach dem Start der S-Bahn registrierten die Beamten Schlägereien und aufgebrochene Automaten am Bahnsteig. Im Hoheitsgebiet durften die Kommunen zunächst nicht filmen, berichtete Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu. Die Schlossstadt ist die erste Kommune in Deutschland, die eine Erlaubnis erhielt. Jetzt werden städtische Mitarbeiter von der Bundespolizei in der Auswertung der Bilder geschult.

Die Kommune müsse alle zwei Jahre gegenüber Datenschutzbeauftragten die Notwendigkeit der Anlagen nachweisen, was leider nicht schwer sei: Die Kriminalität habe sich von Autoaufbrüchen und Vandalismus zum Fahrrad hin verlagert, schilderte Hajdu. Und der Schwerpunkt liege nun einmal am Bahnhof, „ansonsten ist es ruhig in der Stadt“.

Insgesamt förderte das Ministerium des Innern und für Sport 148 Kameras in 20 Anlagen und 16 Städten, informierte Staatssekretär Werner Koch.

Sie hätten zu einem Rückgang der Straftaten um fast 30 Prozent geführt, 2000 Fälle hätten im vergangenen Jahr aufgeklärt werden können. „Diese Zahlen sind die Maßnahmen wert, wir haben den Angstraum Bahnhof entkrampft“, sagte der Gast. Und: „82 Prozent der Bevölkerung befürworten die Ausstattung, die ein fester Bestandteil der hessischen Sicherheitsarchitektur ist.“

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