Tierheim Dreieich braucht weiter Unterstützung Temporäres Zuhause für Vierbeiner und Piepmätze

Mit viel Eigeninitiative und dank zahlreicher Spenden konnte das Tierheim Dreieich in kommunaler Hand bleiben. Foto: Jost

Kreis Offenbach (njo) – Es ist schon knapp viereinhalb Jahre her, dass die Privatisierung des Dreieicher Tierheims im Gespräch war. Das Gebäude – damals fast 40 Jahre alt – war marode, die Dächer langsam undicht, die Heizung kaputt und die Hunde-Unterkünfte nach den modernen Tierschutzbestimmungen zu klein.

Die Bilanzen des kommunal getragenen Tierheims waren ständig negativ. Die Ankündigung, dass das öffentliche Tierheim in private Hände verkauft werden könnte, löste damals Empörung unter den Tierschützern aus. Die bereits konkreten Verhandlungen mit einer Doggenzüchterin aus Langen verliefen im Sande.

Wie läuft es jetzt im Tierheim Dreieich? Wie sind die Verantwortlichen nach einem Wechsel des Vorstands mit dem Sanierungsstau umgegangen und welche Pläne gibt es für die Zukunft?

„Wir sind ganz guter Dinge und vor allem auf einem guten Weg“, zieht Hans-Peter am Weg eine positive Zwischenbilanz. Gemeinsam mit der Vorsitzenden des Vereins, Uschi Heil, und ihrer Stellvertreterin Heidi Leichter-Batz, lenkt er seit Anfang 2017 die Geschicke des Tierheims. Die nötigsten Reparaturen sind erledigt.

Die Heizung ist repariert, die Dächer des Katzenhauses und des Mehrzweckbaus geflickt und auch die Hundeboxen sind in mehreren Bauabschnitten auf die geforderte Größe umgebaut worden. Im vergangenen Jahr ist ein Teich entstanden, an dem es sich 15 Wasserschildkröten gut gehen lassen. „Natürlich gibt es noch Sanierungsbedarf. Wenn wir alles auf einmal machen lassen würden, hätten wir immer noch eine Investitionssumme von 250.000 Euro vor uns“, hat am Weg die Kosten im Blick.

Ganz dringend ist die Sanierung des Dachs der Wildtierhilfe Schäfer, die seit dem vergangenen Jahr im Bungalow auf dem Tierheimgelände untergebracht ist. Auch das Dach des Hundegangs muss saniert werden und eine Krankenstation für Hunde und Katzen soll eingerichtet werden. Der Grundstock für diese kommenden Aufgaben bildet eine Crowdfunding-Aktion mit der Volksbank, die dem Tierheim 15.000 Euro eingebracht hat. Eine überraschende Erbschaft lässt die mögliche Investitionssumme auf 120.000 Euro anwachsen.

„Das ist natürlich ein Glücksfall“, ist Uschi Heil sehr froh über diese Entwicklung. Schritt für Schritt soll das Tierheim in den kommenden Jahren fit für die Zukunft gemacht werden – immer dann, wenn wieder Geld für die nächste Sanierung da ist, wird diese angegangen.

Auch die Bilanzen haben sich in den vergangenen Jahren stabilisiert. Die acht Mitgliedskommunen (Dreieich, Langen, Neu-Isenburg, Heusenstamm, Egelsbach, Mühlheim, Obertshausen und Seligenstadt) zahlen 80 Cent pro Einwohner pro Jahr. Damit alleine lassen sich die Kosten nicht finanzieren, das gelinge nur dank der regelmäßigen kleinen und großen Einzelspenden, wie Uschi Heil betont. Ihr großes Ziel ist es dennoch, mehr Kommunen aus dem Kreis an Bord zu holen und so für noch solidere Finanzen zu sorgen.

In den vergangenen zwei, drei Jahren sei es schon gelungen, mit einem kleinen Überschuss abzuschließen – und so Rücklagen für weitere Investitionen aufzubauen. Positiv haben sich auch die Einnahmen für den Pensionsbetrieb entwickelt. Waren es 2015 noch zehn Hunde, die von ihren in den Urlaub fahrenden Besitzern im Tierheim untergebracht wurden, waren es 2018 schon 100 Hunde. „Das ist natürlich wirtschaftlich interessant. Damit können wir echte Einnahmen generieren“, betont Hans-Peter am Weg.

Im laufenden Betrieb seien es die Tierarztkosten, die den Verein sehr belasten. Etwa 40.000 Euro kostete 2018 die medizinische Versorgung der Tiere. „Das sind Kosten, die wir bei einer Vermittlung durch die Schutzgebühr nicht wieder reinholen können“, sagt Hans-Peter am Weg.

Es gebe auch besonders bei den Hunden immer wieder schwer vermittelbare Fälle. Von 20 Hunden sind es derzeit acht, die es als sogenannte Listenhunde sehr schwer haben, ein neues Zuhause zu finden.

Hans-Peter am Weg ist aber optimistisch, dass das Tierheim inzwischen auf soliden Beinen steht: „Wenn wir es schaffen, die Finanzen so zu stabilisieren, wie es in den vergangenen zwei bis drei Jahren gelungen ist – dann war es die richtige Entscheidung, das Tierheim in kommunaler Hand zu behalten“.

Mit dem Sommerfest im vergangenen Jahr oder auch dem Adventskaffee im Winter sei es gelungen, die Öffentlichkeit für das Tierheim zu interessieren. „Diese Öffnung nach außen wollen wir in diesem Jahr auch noch weiter verstärken“, kündigt Uschi Heil an.

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