GHK-Delegation traf auf Burg Hohenzollern auf Georg Friedrich Prinz von Preußen Hochherrschaftlich empfangen

Hausherr Georg Friedrich Prinz von Preußen (Mitte) empfing die Teilnehmer der GHK-Studienfahrt persönlich. Fotos: lfp

Neu-Isenburg (lfp) – Hoch geehrt fühlten sich die Teilnehmer der Studienfahrt des Vereins für Geschichte, Heimatpflege und Kultur (GHK). Nach dem Besuch des Klosters Maulbronn, der am vollständigsten erhaltenen Mittelalterlichen Klosteranlage der Zisterzienser nördlich der Alpen, folgte am Samstag nämlich der Besuch der Burg Hohenzollern. Und dort empfing das Oberhaupt des Hauses Hohenzollern höchstpersönlich die Besucher, die von Freitag bis Sonntagabend mit Dr. Astrid Gräfin von Luxburg und Bürgermeister Herbert Hunkel, auch Vereinsvorsitzender, unterwegs waren.

Normalerweise residiert Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen in Potsdam, doch für die GHK-Delegation aus der Hugenottenstadt kam er eigens auf den Familienstamm Hohenzollern, um die Gruppe über seine Familiengeschichte und die Burg zu informieren.

„Wir fühlen uns hoch geehrt“, sagte Hunkel, der den Kontakt während der Trauerfeier für Fürst Alexander von Isenburg, der am 8. Mai vergangenen Jahres verstorben war, hergestellt hatte. „Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen ist mit der Schwester von Alexander Fürst von Isenburg verheiratet, da habe ich die Gelegenheit genutzt“, erklärt Hunkel. In Dr. Astrid Gräfin von Luxburg und ihrem Gatten Rüdiger fand der GHK-Vorsitzende die passende Organisatorin von Kultur-Erlebnisreisen.

Schon von weitem ist der Anblick der Burg Hohenzollern, die exponiert auf einem Alb-Hügel liegt, re beeindruckend. Wie beschwerlich die Bauarbeiten gewesen sein mussten, für die jeder Stein hinauf geschleppt werden musste, erlebten annähernd jene, die sich für den Fußweg vom Parkplatz aus entschlossen hatten. Oben im Burghof wartete schon die Leiterin des Burgbetriebes, Dr. Anja Hoppe, und gleich gab sich auch der Prinz von Preußen die Ehre, die Neu-Isenburger Besuchergruppe zu begrüßen. Recht offen, ja bürgernah, schilderte der Prinz, wie die Burg Hohenzollern zum Stammsitz seiner Familie wurde. Das heutige Erscheinungsbild ist die dritte Version – nach zwei Zerstörungen – und ist im romantisierenden Baustil des Mittelalters gehalten. Das Anliegen des Hausherrn ist es, die Burg Hohenzollern nicht nur wirtschaftlich im Familienbesitz zu halten, sondern das markante Gebäude, das auch als „Neuschwanstein der Schwaben“ bezeichnet wird, als Europäisches Kulturerbe dem „Volk“, also den interessierten Menschen, weiterhin zugänglich zu machen. Rund 350.000 Besucher kommen jährlich auf die Burg Hohenzollern.

Seine Königliche Hoheit nahm sich sogar die Zeit und begleitete ein Stück die von Dr. Anja Hoppe lebhaft gestaltete Führung um die Festungsmauer. Bei einem Plausch auf der Burgmauer lernten die Isenburger Gäste ein sympathisches Oberhaupt des Hauses Hohenzollern kennen, das offen über die heutigen Herausforderungen des Besitzes von Burgen, Schlössern und Ländereien sprach. Zum beiderseitigen großen Bedauern musste sich Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen bald verabschieden, um noch das Flugzeug nach Berlin zu erreichen. „So lange war der Prinz noch nie mit Besuchern unterwegs“, wunderte sich dennoch die Managerin des Burgbetriebes. Sie kümmert sich derzeit auch um die Planung der anstehenden Sanierung der „Grundmauer“ der Burg, die sich nicht nur über zehn Jahre hinweg ziehen soll, sondern ebenso viele Millionen von Euros verschlingen wird.

Im Rahmen ihrer Führung plauderte die Vollblutschwäbin so einiges aus dem Nähkästchen. „Mal sind wir ergebene Diener der Hoheiten, die sich zu unterschiedlichen Anlässen hier aufhalten, und manchmal sind wir auch nur Kindermädchen, die sich um den Nachwuchs kümmern, wenn der wieder mal in alten Ritterrüstungen kämpferische Spielchen austrägt“, so Dr. Anja Hoppe. Auf Hohenzollern gibt es auch noch die Prinzessin-Kira-von-Preußen-Stiftung, die alljährlich rund 250 Kindern einen echten Abenteuer-Freizeit-Aufenthalt auf der Burg ermöglicht. Bis zur Wiedervereinigung wurde ausschließlich Kindern aus dem ehemals vom Krieg zerstörten Berlin der Aufenthalt auf der Burg ermöglicht. Nach der Wiedervereinigung wurde der Kreis der Stiftungsgäste erweitert. So sind heute neben Gruppen des Kinderschutzbundes, der SOS-Kinderdörfer und verschiedener sozialer Einrichtungen aus ganz Deutschland auch Jugendliche aus New York City eingeladen, die Familienangehörige bei den Anschlägen des 11. Septembers verloren. Zudem finden seit 2006 Treffen palästinensischer, israelischer und deutscher Jugendlicher auf der Burg statt, die sich im Rahmen eines Sonderprojektes um einen Beitrag zu einem besseren Verständnis und friedlichen Miteinander bemühen.

Beeindruckt von der Burg Hohenzollern, mehr aber noch von Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen sowie dem sozialen Engagement des Hauses Hohenzollern, kehrten die Teilnehmer der GHK-Exkursion wieder in das bescheidene Neu-Isenburg – das jedoch Verbindungen zu den bedeutenden Fürstenhäusern hat – zurück. Die sehr lehrreiche GHK-Studienfahrt endete am Sonntag mit dem Besuch des „Dornröschen-Schlosses“ Lichtenstein und dem Stadtschloss Sigmaringen. Bereits im Oktober steht die nächste GHK-Kulturreise an, diese führt dann nach Potsdam.

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