Erinnerungen werden noch lebendiger 70 Jahre Heimatvertriebene in Rödermark

Das Team, das mit unendlich viel Vorarbeit, Recherche und schließlich Aufbereitung der Ausstellung Leben eingehaucht hat (von rechts) Anne Laqua, Manfred Dörsam, Johann Feith und Christina Knapek, gemeinsam mit Sabine Schäfer vom Heimat- und Geschichtsverein und natürlich mit einer Iglauer Festtracht in ihrer Mitte. Foto: Ziesecke

Rödermark (chz) – Die Ausstellung „70 Jahre Heimatvertriebene in Rödermark“ im Urberacher Töpfermuseum hatte einen ganz eigenen Reiz. Alte Heimat Schlesien, Sudetenland oder Tschonopl wurde der neuen Heimat Urberach oder Ober-Roden gegenüber gestellt.

Dabei wurde deutlich: Die Menschen sind zwar hier angekommen, doch die Erinnerung ist stark und wird in solchen Ausstellungen noch lebendiger. Organisiert wurde die Ausstellung von Christina Knapek, Anne Laqua, Manfred Dörsam und Johann Feith. Dörsam etwa war der Frage der Staatsfinanzen rund um Marshallplan und Währungsreform nachgegangen. Zudem hatte er nachgeforscht, welche Auswirkung die Welle der Heimatvertriebenen als Motor auf die evangelische Kirchengemeinde in Urberach hatte.

Johann Feith sprudelte nur so über mit den von ihm erforschten historischen und heutigen politischen Gegebenheiten und Nöten in seiner einstigen donauschwäbischen Heimat. Zudem schmückte er vieles mit persönlichen Erinnerungen aus. Anne Laqua hatte die Zahlen derer zusammengetragen, die aus diesen Regionen in Urberach und in Ober-Roden angekommen unddort geblieben sind. Viele Besucher kamen durch ihre Ausführungen ins Grübeln, weil durch die Zahlen deutlich wurde, wie vergleichsweise gering die Flüchtlingszahlen heute sind. Knapek hatte alles gesammelt und vorbereitet und seit Juli die Ausstellung dank der Mithilfe der Mitarbeiter im Töpfermuseum umgesetzt.

Erinnerungen an die Kindheit

So fanden viele Besucher den Weg zur Ausstellung, was sich in häufig gehörten Sätzen wie „Mein Vater hat immer gesagt,…“ oder „Das hat meine Mutter auch so gemacht“ manifestierte. Nicht nur Auge und Ohr halfen mit, sondern auch der Geschmack erinnerte mit frischem schlesischem Mohnkuchen, sudetendeutschem Striezel, Krempitte aus Tschonopel und dazu echtem „Linde’s Kaffee“ an die alte Heimat. Die unterschiedlichen Antworten der Besucher auf den angefangenen Satz „Heimat ist für mich…“ von „…da, wo meine Familie ist“ bis zu „…wo ich meine Mundart sprechen kann“ werden wohl im Februar aufbereitet dabei sein. Dann wird am Wochenende der Bürgermeisterwahl die Ausstellung noch einmal in Ober-Roden aufgebaut. Wahrscheinlich wird diese dann im Rotahasaal oder in den Räumen der Kulturhalle stattfinden. Kontakt bis dahin ist möglich unter: Heimat- und Geschichtsverein, Vorsitzende Patricia Lips, Telefon 06074 862056, E-Mail: info[at]hgv-roedermark[dot]de.

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