Drillingsmädchen halten Eltern auf Trab Dreifaches Baby-Glück im Frankfurter Ostend

Julia G. mit Hannah, Frank M. mit Marie und Daniela Birkenfeld mit Louisa. Foto: Faure

Ostend (jf) – Süß – Mama Julia G. kommt mit dem ersten Kinderwagenkörbchen, Vater Frank M. folgt mit dem zweiten, das dritte Mädchen trägt er im Tragegurt vor der Brust. Hannah Sophia, Maria Leonore und Louisa Mathilda wurden am 20. März im Bürgerhospital geboren, wogen da zwischen 1700 und 1900 Gramm. Jetzt, vier Monate später, bringen sie zwischen 5400 und 6000 Gramm auf die Waage, fühlen sich pudelwohl und sind sichtlich zufrieden auf ihrer Decke im Spielzimmer des Kinder- und Familienzentrums (KiFaz) in der Ostendstraße.

„Als ich erfahren habe, dass es Drillinge werden, war ich schon zunächst überrascht. Aber schnell haben wir uns beide auf die Drillinge gefreut und alles vorbereitet“, sagt Julia G. und streicht Luisa über das Köpfchen mit den dunklen Haaren. Die Mutter musste die letzten neun Wochen vor der Entbindung im Krankenhaus verbringen, war dort mit einer anderen Mutter, die ebenfalls Drillinge, drei Jungen, erwartete. So entstand ein Kontakt, der bis heute hält – wenn Zeit ist. Und die ist in der Tat knapp bei drei Babys.

Haushaltshilfe unterstützt die Familie

„Am besten sind vier Personen zur Betreuung, drei für die Mädchen und eine, die sich ums Essen kümmert“, sagt der Vater. Deshalb ist die junge Familie dankbar, dass eine Haushaltshilfe im Alltag unterstützt. Seit sechs Jahren wohnen die Eltern in Frankfurt, kommen ursprünglich aus der Nähe von Osnabrück. „Das ist für die Großeltern auch nicht mal eben um die Ecke. Hätten wir nicht von vielen Seiten Unterstützung bekommen, wäre es eng geworden. Wir hätten wohl zurückziehen müssen“, gibt der Vater zu. „Bleiben Sie in Frankfurt“, sagt Stadträtin Daniela Birkenfeld. Sie ist ins KiFaz gekommen, um der Familie das Begrüßungsgeld zu überreichen: „Es sind die zweiten Drillinge dieses Jahr in Frankfurt. Durchschnittlich haben wir zwischen fünf und zehn Drillingsgeburten jährlich in unserer Stadt.“ Der hessische Ministerpräsident Volker Bouvier hat die Patenschaft übernommen.

Babylotsin beriet die Eltern 

Eine Babylotsin beriet die werdenden Eltern bereits im Bürgerhospital über Möglichkeiten der Unterstützung. „Wir haben außerdem eine Patin, die einmal pro Woche für drei Stunden kommt. Das hilft ebenfalls“, erzählt die junge Mutter. „Und hier im Internationalen Familienzentrum können wir Sie auch unterstützen“, sagt Zehra Akin-Yavuz, die sich mit fünf weiteren Kollegen um Familienbildung im KiFaZ kümmert. Beispielsweise gibt es eine Gruppe für unter Dreijährige, in der die Kinder zusammen spielen und die Eltern sich austauschen können.

Die Angebote sind offen und kostenfrei – zum Beispiel auch der Elterntreff mit Kinderbetreuung, die Erziehungsberatung und Spiel- und Leseangebote für Eltern und Kinder. „Ich kannte das KiFaZ schon vom Vorbeigehen, sehe es aber heute zum ersten Mal von innen“, bemerkt Frank M. Mutter und Vater nehmen ein Jahr Elternzeit. „Alleine würde ich mir das mit den Drillingen nicht zutrauen“, sagt Julia G. Und selbst zu zweit bleiben die drei Kleinen eine Herausforderung.

450 Mitarbeiter bieten Hilfe an

„Wenn Sie Lust haben, kommen Sie einfach vorbei“, fordert Karsten Althaus, Geschäftsführer des Internationalen Familienzentrums (IFZ), zu dem das KiFaZ gehört, auf. Zum IFZ zählen acht Kitas, eine Kindertagespflege und weitere Einrichtungen und Treffs. Insgesamt sind für das IFZ 450 Mitarbeiter in ganz Frankfurt tätig. Auch Polina Kirjanenko, Teamleiterin Interkulturelle Familienbildung, schließt sich diesem Angebot an: „Wir helfen Ihnen gerne, wenn Sie Fragen oder Probleme haben. Und wenn wir nicht weiterwissen, vermitteln wir an kompetente Partner, unser Netzwerk ist groß.“

Langsam werden die drei Mädchen unruhig. Hunger. Oder Durst. Verständlich – nicht nur bei Babys. Tag für Tag werden sie sich ihre Welt, die sie so freundlich empfangen hat, ein Stückchen mehr erobern. In Geborgenheit und hoffentlich weiter in Frieden. Und mit Einschlafliedern wie „Vogelhochzeit“ oder „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“ – an diesem Tag im KiFaZ waren sie allerdings blau.

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