Samstag mit Holz, Holunder, Bambus und viel Schnee

Kinder basteln Nisthilfen im Main-Äppel-Haus

Alexander mit seinen Eltern (links) und Lara (rechts) mit ihrer Mama beim Nisthilfen bauen. Foto: Faure

Seckbach (jf) – Bambus- und Holunderzweige, Schilfrohrmatten, Holzzuschnitte, Sägen, Hämmer, Nägel, Maschendraht – dazu ein bisschen Geschick, guten Willen und Zeit. Mehr braucht man nicht, um Wildbienen und anderen Nützlingen eine Nisthilfe zu basteln.

Trotz des über Nacht reichlich gefallenen Schnees fanden sich einige Kinder mit Eltern und Großeltern zu diesem Handwerkertag, wie es im Veranstaltungskalender des Main-Äppel-Hauses heißt, im Kinderquartier auf dem Gelände am Lohrberg ein. Das Dach des Kinderhauses bot Schutz, im Innenraum konnte man sich ein bisschen aufwärmen. Doch den schönen weißen Schnee fanden die Kinder super zum Spielen.

Außen Maschendraht, innen natürliche Materialien

Umweltpädagogin Anika Hensel erklärte: „Gerade Wildbienen bevorzugen hohle Stängel wie zum Beispiel Bambus für die Eiablage. Oder aber Stängel mit Mark, beispielsweise Holunderholz, das die Bienen selbst aushöhlen.“ Außer den Stängeln enthält die Nisthilfe Stroh und Fichtenzapfen. „Das ist etwas für Marienkäfer und Ohrwürmer, also Blattlausfresser. Damit wird gleich noch für gesundes Obst gesorgt“, sagte Hensel. Eigentlich besteht die Nisthilfe aus einem Bretterrahmen, der dann mit den natürlichen Materialien gefüllt wird. „Der Maschendraht hält die Vögel und andere Feinde ab“, erläuterte die Expertin. „Naja, der Specht schafft es vermutlich trotzdem“, bemerkte sie.

Die fleißig werkelnden Familien konnten im Anschluss ihre Nisthilfen für den eigenen Garten mit nach Hause nehmen. „Die Wildbienen werden in den nächsten Wochen bei wärmeren Temperaturen die Nisthilfen annehmen“, ist sich Anika Hensel sicher. Ein gutes Nahrungsangebot in der Umgebung mit beispielsweise Acker-Hundskamille, Graukresse, Ringelblume, Kornblume, wilder Möhre, Mohn, Kuhkraut und Stiefmütterchen sorgt dafür, dass die Wildbienen bleiben. Und Angst vor Stichen muss man nicht haben – Wildbienen greifen von sich aus nicht an. In Deutschland gibt es rund 500 verschiedene Arten von Wildbienen – mehr als 230 davon stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Etwa 75 Prozent der Wildbienen nisten am Boden.

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