Narren halten Prunksitzung in der TSG-Halle

Lautstarke Geister bei den „Hemdeklunkis“

Die Kinziggeister brachten die TSG-Halle gleich zu Beginn der Prunksitzung der „Hemdeklunkis“ mit ihrer Guggemusik zum Beben. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Mit einem fulminanten Auftakt startete der Fechenheimer Karneval-Club „Die Hemdeklunkis“ seine Prunksitzung: Mit herrlich schräger Guggemusik brachten die Kinziggeister sofort die TSG-Halle zum Beben.

Von der tollen Stimmung hatten sich die Mitwirkenden, die ihre Bühnenauftritte noch vor sich hatten, offenbar mitreißen lassen. Ob Büttenredner, Musiker oder Tanzgarden – alle waren hochmotiviert und hatten riesig Lust darauf, ihr närrisches Publikum nach allen Regeln der Kunst zu unterhalten. Durch das Programm führte Sitzungspräsident Thomas Ruf, der gleich zur Begrüßung feststellte, dass in einer verrückten Welt – er habe im Januar schon Fechenheimer im Außenbereich des Eiscafés sitzen sehen – sei die Prunksitzung der „Hemdeklunkis“ vor tollem Publikum die einzige Konstante.

Die Kinziggeister spuken bei den „Hemdeklunkis“ durch die Halle

Der Auftritt der Kinziggeister war ein Genuss für Augen und Ohren gleichermaßen. Mit kreativen, riesigen Masken und Kostümen in märchenhaftem Blau ließen die Trommler und Bläser Mozarts „Königin der Nacht“ erklingen. Nach dem Kommando des „Obergeists“: „Köppe runner, Kappe uff“, wurde dann moderner musiziert. Das Repertoire der Spukgestalten steckte voller Überraschungen und reichte von „Moskau“ bis „Proud Mary“.

Einen Riesenspaß hatte die Kindergarde, die bereits beim Fischerfest auf der Bühne zu bewundern war. Die „Zappolinis“ erzählten tanzend die Geschichte von drei Bruchpiloten – mit Uniform und coolen Sonnenbrillen –, die auf einer von zarten Elfen bevölkerten Insel notlandeten. Die Herzen des Publikums hatten die „Zappolinis“ sofort im Sturm erobert.

Der „Fechemer Fischer“ zieht Fechenheimer Gegebenheiten durch den Kakao

Nachdenkliches gab es dann vom Chronisten, dem „Fechemer Fischer“, alias Reinhold Becker. Ihm waren wieder einige Missstände ins Netz gegangen: Vom Stau an der Hanauer Landstraße über den schlechten Zustand der Straßen bis zu Sabotierern, welche die künstlerisch gestaltete Mauer gegenüber des Arthur-von-Weinberg-Stegs mit Graffiti-Schmierereien zerstört hatten – alles bekam vom Fischer sein Fett weg. Mit der geplanten Umbenennung der Heinrich-Kraft-Schule in „Schule am Mainbogen“ war der Protokoller nicht einverstanden. Der neue Name werde nichts am Ruf der Schule ändern, war der Fechemer Fischer überzeugt: „Fechenheim hatte auch einen schlechten Ruf, deswegen kam aber niemand auf die Idee, es in Offenbach-Nord umzubenennen.“

Die Damengarde gehöre laut Sitzungspräsident zu den „Klunkis“ wie der Stau zur Hanauer, sei aber viel schöner. Diese Aussage wurde prompt unter Beweis gestellt – bei einer flotten Polka zu einem poppigen Medley aus Nena-Songs. Thomas Ruf lobte, dass der Kern der Garde trotz Umzug, Beruf und Studium erhalten geblieben sei.

Regina Schiecke begeistert als durchtriebene Lebedame in der Bütt

Regina Schiecke eroberte als „Lebedame“ die Bütt und berichtete von ihrem durchtriebenen Lebensstil. „Ich tat’s nicht umsonst, sondern wie sich’s gehört“, erklärte sie, während sie ihren Fuchspelz streichelte.

Für jede Menge Lachmuskelkater sorgte der Auftritt von Musikerin Friederike (alias Nicole Göbel) am E-Piano und Manuela Höhn, die durch das Publikum torkelnd so herzerweichend „Eeeegon, ich hab’ doch nur aus Liebe zu Dir so viel getrunken“ schmetterte, dass das Auditorium lautstark nach einer Zugabe verlangte.

Bevor sich eine kunterbunte Polonaise durch den Saal schlängelte, gab es ein Wiedersehen mit dem ehemaligen „Klunki“-Sitzungspräsidenten Hänschen Preissl, der zunächst einen Franzosen im Frankfurt-Urlaub mimte, bis er dann Baskenkappe und Trikolore-Schal abnahm, um in sattestem Hessisch („Ich bin mit Maawasser getauft und stolz druff“) seine bewährten Witze zu reißen.

Nach der Pause heizte die Fastnachtsparty-Band KUK mit Hits wie „Despacito“ und „Ballroom Blitz“ ein – die Songs hatten natürlich alle einen neuen karnevalistischen Text erhalten.

Der Michael Jackson-Showtanz der Garde kam sehr gut an

Die Tanzgarde begeisterte mit einem Michael Jackson-Showtanz, der schlicht atemberaubend war und der Sitzungspräsident erinnerte daran, dass die Mädels der Garde beim kommenden Fischerfest im September am Stand der „Hemdeklunkis“ die besten Cocktails der Welt mixen würden.

Die „Sportasse“ Irene Jekel und Sabrina Richter stritten sich in der Bütt, ob Sport nun Mord sei oder nicht, bevor die Tänzerinnen der „Klunkiperlen“ zu kernigen Rock-Klassikern von Kiss bis AC/DC die Showbühne einnahmen. Gleich danach stieg die Erste Vorsitzende der „Klunkis“ Ilona Meister in die Bütt und stellte klar, dass Frauen von 50 immer noch schön seien.

Das Frankfurter Prinzenpaar gibt sich bei den „Hemdeklunkis“ die Ehre

Besonders stolz waren die „Hemdeklunkis“ über den Auftritt des Frankfurter Prinzenpaars Mathias I. und Conny I., deren Terminfahrplan im Hinblick auf die kurze Kampagne sehr straff gesteckt ist.

Nach einer Schunkelrunde waren alle bereit für den sexy Auftritt des Männerballetts „Fantastics“, die bei ihrer ureigenen Interpretation von „Baywatch“ viel nackte Haut zeigten und sich gegen einen gefährlichen Hai zur Wehr setzten.

Musikerin Friederike ließ es mit Liedern wie „Milord“, „Er gehört zu mir“, „Atemlos“ und „I will survive“ noch einmal richtig krachen, bevor die „Klunki-Family“ mit dem Schautanz „Deutschland-Reise“ den Schlusspunkt der rundum gelungenen Veranstaltung setzte. Zum großen Finale versammelten sich noch einmal alle Akteure auf der Bühne, während auf das Publikum ein Regen aus bunten Luftballons niederging. In der Sektbar feierten die Narren noch tüchtig weiter.

Schnappschüsse von der Prunksitzung gibt es hier in der Bildergalerie.

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