Erster Tag der offenen Tür im Heimatmuseum Weiskirchen/Jügesheim älter als bisher bekannt Verein gibt Einblicke in seine zeitraubende Arbeit

Zurzeit liegt im Alten Spritzenhaus des Heimat- und Geschichtsvereins Weiskirchen eine Kopie des ersten Pfarrbuchs der Pfarrei Weiskirchen aus, mit dessen Erstellung 1776 begonnen wurde. Volker Böres gab Informationen zu den Aufzeichnungen aus vergangenen Tagen an eine interessierte Besucherin weiter. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Der Heimat- und Geschichtsverein Weiskirchen öffnete die Türen des Alten Spritzenhauses zu einem neuen Format. Nach der Sonderausstellung zum Thema Telekommunikation wagten die Geschichtsfreunde das kleine Experiment zum ersten Tag der offenen Tür. Es galt, ein ungewohntes Klientel anzusprechen.

Am Tag der offenen Tür waren mehr als die gefüllten Vitrinen mit Exponaten zu sehen, der stellvertretende Vereinsvorsitzende Volker Böres referierte bei seinen Vorträgen über die Arbeit des Heimat- und Geschichtsvereins Weiskirchen. Wie funktioniert die Recherchearbeit in öffentlichen Archiven? Wie werden Dokumente digitalisiert und übersetzt, wo ziehen Heimatforscher ihre Informationen her und wie verarbeitet der Verein diese?

Hans Busch von den Weiskircher Heimatinteressierten übersetzte die 270 Seiten der chronologischen Pfarrchronik ins Leserliche, so lagen die geschichtsträchtigen Unterlagen in digitaler Form zum ersten Mal auf den Vitrinen. Sie bieten Informationen von 1776 bis ins Jahr 1890.

Die Arbeiten sind sehr zeitraubend und erfordern ein hohes Maß an Konzentration. So warb Volker Böres für neue Mitstreiter: Jeder ist eingeladen, bei der EDV oder bei Übersetzungsarbeiten (Latein oder Altdeutsch) mitzuwirken.

Die Fahrten zu Archiven nehmen ab, die Recherche zu Geschehnissen vor Jahrhunderten verändert sich in Zeiten des Internets und der Digitalisierung. Vieles ist heute über Onlineportale direkt zugänglich, erläuterte Volker Böres. Die hessischen Staatsarchive wie Darmstadt, Marburg und Wiesbaden haben ein gemeinsames Onlineportal zur Suche. Suchfunktionen erleichtern die Arbeit. Dokumente lassen sich in Dateiform bestellen und werden den Interessenten auf einem Datenträger zugeschickt.

„Wir suchen nicht nur nach Weiskirchen, man muss auch nach links und rechts schauen, weil viele Themen aus dieser sehr frühen Zeit immer wieder zusammenhängen“, man lernt Leute kennen, die für mehrere der heutigen Rodgauer Stadtteile Bedeutung hatten.

Beim Stöbern in historischen Unterlagen fiel den Weiskirchern ein Papier in die Hand, das allen Historikern in Jügesheim von Bedeutung sein muss. Bisher galt das Jahr 1261 als der früheste Zeitpunkt der ersten Erwähnung des mittleren Stadtteils. Das Staatsarchiv Würzburg gab nun beim Besuch der Weiskircher eine bisher unbekannte, ältere Jahreszahl preis: 1255. Prompt ist Giesem sechs Jahre älter als gedacht. „Es zeigt, das unsere Stadtteile viel älter sind, als wir sie bisher kennen“, so Volker Böres. Die reproduzierte Urkunde hängt an der Wand im Alten Spritzenhaus in Weiskirchen. Eine Kopie wird auch dem Jügesheimer HGV zukommen.

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