Feuerwehrmuseum an der Rathenaustraße ist nach der Winterpause wieder geöffnet Vom ledernen Löscheimer bis zur Motorspritze

Dietzenbach (sd) –Mit leuchtenden Augen läuft Paul zwischen den Ausstellungsstücken umher und inspiziert alles ganz genau. Die kleinen Feuerwehrmodelle in den Vitrinen findet er ganz toll und im echten Löschfahrzeug aus dem Jahr 1950 hat er auch schon gesessen.

Die Feuerwehrvereinigung Dietzenbach hat nach der Winterpause wieder die Tore des Museums an der Rathenaustraße geöffnet und präsentiert unter dem Motto „Vom Löscheimer bis zur Motorspritze“ Einblicke in die Entwicklung der Brandbekämpfung früherer Jahrzehnte.

Neben der Sonderausstellung erzählen auch Helme, Atemschutzmasken, Strahlrohre oder Hitze- und Chemieschutzanzüge etwas über die Arbeit der Brandschützer.

Zusammen mit seinem zweijährigen Bruder Max nimmt Paul auch auf der vierrädrigen Saug- und Druckspritze Platz. Was er am tollsten findet, kann der Vierjährige gar nicht genau sagen. „Irgendwie gefällt mir alles am besten“, sagt er begeistert.
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Von der Eimerkette mit dem Lederlöscheimer bis zum Opel Blitz aus den 1950er Jahren gibt es viel über die Geschichte des Feuerlöschens zu erfahren. Bereits ein Jahr vor Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Dietzenbach bekam die Gemeinde eine zweirädrige Druckspritze zur Verfügung gestellt.

Bei vier Mann Besatzung wurden damit etwa 80 bis 100 Liter Löschwasser pro Minute durch den Schlauch gepumpt. Das Wasser konnte aber nicht angesaugt werden, sondern musste mit Hilfe einer Eimerkette oder einer anderen Spritze eingefüllt werden. Mit der im Jahr 1892 angeschafften vierrädrigen Saug- und Druckspritze war es dann erstmals möglich, Wasser direkt aus Brunnen oder Zisternen anzusaugen. Acht Mann konnten so bis zu 300 Liter Wasser pro Minute befördern. Erst rund ein halbes Jahrhundert später hatte die Freiwillige Feuerwehr mit dem Opel Blitz Löschfahrzeug, das bis in die Mitte der 1970er Jahre in Dietzenbach im Einsatz war, ein vollmotorisiertes Löschfahrzeug zur Verfügung.

„Jetzt wohne ich schon dreißig Jahre in Dietzenbach und bin aber zum ersten Mal hier im Museum“, sagt Besucher Milan Majkic. „Sehr interessant mal zu sehen, wie damals gelöscht wurde.“

Ab dem sechsten Lebensjahr bieten die Dietzenbacher Brandschützer den Eintritt in die Kinderfeuerwehr an, ab zehn Jahren geht es dann in der Jugendfeuerwehr und ab dem vollendeten 17. Lebensjahr in der Einsatzabteilung weiter. Wer ein besonderes Hobby sucht, ist bei der Freiwilligen Feuerwehr immer herzlich willkommen.

Bis Ende Oktober ist das einzige Feuerwehrmuseum im Kreis Offenbach jeden Sonntag von zehn bis zwölf Uhr oder nach Vereinbarung geöffnet, der Eintritt ist frei.

Für Schulklassen, Kindergärten oder andere Gruppen werden auch Sonderführungen angeboten. Kontakt zur Feuerwehrvereinigung oder zum Museum gibt es unter der Rufnummer Z  06074/9172114 sowie im Internet: feuerwehr-dietzenbach.de.

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