„Orchidee des Jahres“ blüht in der Kreisstadt Seltener Gast bereichert Wiesen

Die wilde Orchidee mit dem Namen „Dactylorhiza majalis“, besser bekannt als „Breitblättriges Knabenkraut“ oder „Breitblättriger Fingerwurz“, gilt als Rarität und ist bundesweit nur noch gelegentlich anzutreffen. in Dietzenbach aber bereichert sie die eine oder andere abgelegene Wiese mit ihrer Pracht. Foto: Scholze

Dietzenbach (scho) – Sie blüht im Verborgenen und kommt bescheiden daher, ist aber in Wirklichkeit ein wahrer Kracher und nun sogar „Orchidee des Jahres“: Die wilde Orchidee mit dem Namen „Dactylorhiza majalis“, besser bekannt als „Breitblättriges Knabenkraut“ oder „Breitblättriger Fingerwurz“, gilt als Rarität und ist bundesweit nur noch gelegentlich anzutreffen.

In Dietzenbach aber bereichert sie die eine oder andere abgelegene Wiese mit ihrer Pracht.

„Es gibt tatsächlich mehrere Standorte im Stadtgebiet, an denen die geschützte Pflanze wächst“, sagt Christine Kummerow von der Abteilung Umwelt und Forst bei den Städtischen Betrieben. Dabei beobachte sie die Verbreitung möglichst genau und liste jede einzelne Blume auf.

Jetzt, im Mai, präsentiert die Wiesen-Orchidee die ganze Schönheit ihrer violetten Blüten. Bis zu 40 Zentimeter hoch wird die Pflanze, die sich gerne im dichten Gras versteckt. Auch wenn es noch so verführerisch ist, gepflückt werden sollte das Knabenkraut auf keinen Fall. Gehört das Gewächs doch schon seit vielen Jahren laut Bundesamt für Naturschutz zu den „Arten in besonderer Verantwortung“. Darunter fallen Pflanzen, für die Deutschland eine ausdrückliche Pflicht übernimmt, weil sie nur hier vorkommen oder weltweit gefährdet sind. „Das heißt aber auch, dass Anstrengungen erforderlich sind, um den Bestand nachhaltig zu sichern“, betont Kummerow.

Immerhin gebe es im Erhalt einen gewissen Erfolg: „Auch wenn es schon mal ein paar mehr waren, so hält sich die Zahl doch seit einigen Jahren konstant.“ Wichtig sei vor allem der Blick auf den Standort: „Das Breitblättrige Knabenkraut bevorzugt magere und feuchte Flächen, je magerer der Boden, um so blütenreicher wird es.“ Das heißt, dass das Land auf keinen Fall gedüngt werden sollte. Und auch erst spät im Jahr zur Mahd bereitsteht. „Wenn die empfindliche und geschützte Orchidee im nächsten Jahr wiederkommen und sich vermehren soll, muss sie Gelegenheit haben, sich auszusamen, entsprechend kann die Wiese erst im Herbst gemäht werden.“

Auf ihrer Suche nach den Orchideen genießt die Expertin auch regelmäßig das gesamte Umfeld der geschützten Pflanzen.

Zwischen den Orchideen blüht es munter weiter, denn sogenannte Pflanzengesellschaften bilden die Basis für gemeinsames Gedeihen.

Wer also genau hinschaut, erlebt eine wahre Konkurrenz zum perfekt gepflegten Englischen Garten. „Das macht die Natur alleine und schenkt uns damit einen großen Genuss“, sagt Christine Kummerow.  

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