Lämmerspieler feiern ausgelassen ihre Kerb – Abschied von „Urgestein“ Alfons Ott Bewährtes bleibt, Neues kommt

Mit ihren schwarzen und gelben T-Shirts und Pullis sind die Macher der Lämmerspieler Kerb gut zu erkennen, rechts „Neuling“ Nils Fischer. Foto: Prochnow

Mühlheim (m) – So viel Kerb auf so wenig Platz! Aber vielleicht steckt in der Nähe das Geheimnis Lämmerspieler Festerfolge. Am Wochenende wurde die 29. Ausgabe der Kirchweih im Schatten der St.-Lucia-Kirche gefeiert. Und ein Erfinder der Tradition verabschiedet: Alfons Ott möchte nach 30 Jahren das gelbe Polohemd der Kerbmacher ablegen. Das Lämmerspieler Urgestein hat die aktuelle Form der Kerb mitentwickelt und alljährlich vorbereitet.

Georg „Schorsch“ Fischer, seines Zeichens Vorsitzender der gastgebenden Lämmerspieler Ortsvereine (LOV), überreichte dem Scheidenden die erste Ausgabe des Kerbtalers. Bürgermeister Daniel Tybussek würdigte Ott mit einem Glasbild mit Motiven des Stadtteils. Eine städtische Ehrung folge, kündigte er an. Der eine geht, die anderen kommen – und so präsentierte Fischer die ersten Kerbburschen auf der Bühne. Nils Fischer und Karl Schmidt, junge Fußball-Talente, begleiteten die Zeremonie. Ihre Zahl soll von Jahr zu Jahr aufgestockt werden, ein Kerbvadder soll gefunden und eine Kerbrede etabliert werden, erläuterte der LOV-Chef.

Nils nahm die Dorfschelle an sich. Auch beim Aufziehen des Kerbkranzes packten die Burschen in ihren schwarzen Hemden und mit ihren Namen drauf schon mit an. In der vorgesehenen Höhe angelangt löste das grüne Rund ein Feuerwerk von Glitzer-Schnipseln aus. Der wohlfein vorbereitete Bieranstich klappte auch diesmal trotz hochprozentigen „Zielwassers“ erst im zweiten Anlauf, dafür aber mit einem Schlag. Schoppemogul Lothar Ulitzsch hatte eigens einen speziellen Hahn mitgebracht, doch die Lämmerspieler Variante war einfacher zu bedienen…

Auf der Bühne maßen sich am Abend starke Männer im Maßkrug-Stemmen. Das regensichere Festzelt machte die Besucher wetterunabhängig, Schieß- und Süßwarenstand, Kinderkarussell und Schiffsschaukel lockten vor allem junge Familien und Kinder. Sie tummelten sich schon am Nachmittag vor den Angeboten der Schausteller. Die Vereine hielten kulinarische Spezialitäten bereit: Der Carneval-Verein die hauchdünnen Flammkuchen, die kirchlichen Gemeinschaften bereiteten unterm selben Dach Wurst und Pommes.

Riesling oder Müller-Thrugau, Weißburgunder oder vielleicht einen Lämmy Spritz? Den heimischen Cocktail aus Kranbeere-Sirup, Sekt und Wasser servierte die Turngemeinde in der „letzten Ecke“ des Geländes. Unterhalb der Pfarrbücherei verkauften Turn- und Sportvereinigung, Feuerwehr und der Hobby-Fußballclub Getränke, Brezeln, Spundekäs’ und andere Leckereien.

Am Sonntag wurde die Kirchweih auch im Gottesdienst mit Vertretern und Fahnen der Vereine gefeiert. Pfarrer Willi Gerd Kost segnete anschließend den Kerbplatz, auf dem die Lämmerspieler Heimatsterne musizierten. Nachmittags stellte Heike Caselitz die aktuelle Haarmode vor, eine Mini-Disco der Känguru-Kinder stieg.

Am Montag ruhte traditionell der Standbetrieb der Vereine, die Kita Regenbogeninsel servierte aber Kaffee und Kuchen und auch der Vergnügungspark öffnete.

Zum Finale am Dienstag standen Erbsensuppe mit Leiterchen, Weißwurst-Brezel, Hausmacher und Sahne-Heringsfilet auf der Speisenkarte. Noch einmal traten die Känguru-Kids auf, bevor zwischen den Takten von DJ T die Preise der Tombola verlost wurden.

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