MFC „Die Altstaedter“ mit gelungenem Kappenabend Vom Fastnachtsvirus infiziert

Heinz-Frieder Gruber, der Mann, der sich für Genderthemen interessiert und Bescheid weiß wie kein Zweiter. Foto: man

Mühlheim (man) – Gisela Eisner, seit elf Jahren Chefin des „MFC die Altstaedter“, hoffte am 7. Februar darauf, dass sich möglichst alle, möglichst zügig „am Fastnachtsvirus infizieren werden“. Dafür sorgte schon mal Alleinunterhalter Richard Kress, in dem er die kühne Behauptung anstimmte, „wir kommen, alle, alle in den Himmel“.

Und klar, wie kann es anders sein: Der beschauliche Vierviertel-Takt inspiriert das Publikum ad hoc zum Schunkeln. Überhaupt wird sich wohl auf keiner Fastnachtssitzung beim Nachbarn so oft untergehakt wie bei den Altstaedtern. Das Leitmotiv der Sitzung: „Schunkellieder wird er noch mal bringe. Macht alle mit, dann wird‘ s gelinge“. Außerdem dreht sich der Kappenabend des „MFC die Altstaedter“ im Jugendzentrum an der Rodaustraße um Genderthemen samt den Antworten auf Fragen wie, warum der Gatte lieber nicht entkleidet durch den Garten schreiten sollte. Dabei spielen nicht nur ästhetische Überlegungen eine Rolle. Carlo Schmidt und Karl Feeser zelebrieren auf der Bühne ihr mit Ulks gespicktes Zwiegespräch, „gibt es Leben auf dem Mond?“_ „Sicher, sonst würd‘ doch kei Licht brenne“. Außerdem muss der Pfarrer nicht mehr nur Urnen und Särge beerdigen, sondern mittlerweile auch beim Kompostieren seinen Segen geben, „die Grüne werde‘ ja ach älder“. Durch den Abend moderiert Heinz-Frieder Gruber, der Vize-Vorsitzende der Altstaedter, den in der Bütt stets Genderfragen drücken, deren Antworten er allesamt längst kennt. Wie gewohnt schlüpft Gruber in die Rolle des narzisstisch halluzinierenden Kerls, der nicht nur von sich, sondern seiner gesamten Geschlechtsgenossenschaft vermutet, „so voller Geist und Eleganz, wir Männer sind auf ewige Zeiten für Frauen eine Augenweide“. Die lebensfrohe Emma setzt alles daran, so oft wie möglich zu überprüfen, ob das stimmt, was Heinz-Frieder erzählt. Sie berichtet, ihre promiskuitiven Bedürfnisse regelmäßig mit den Freunden ihres Gatten auszuleben. Das teibt den Mann zunehmend in die soziale Isolation, „erwischt der mich mit einem im Bett, erschießt er den immer“. Gesprächspartnerin Anna (Christa Knott) gehört nicht zu denen, die von sich behaupten, die Meinung der anderen sei ihnen gleichgültig. Als ihr Mann in den Raum stellt, hüllenlos den Garten betreten zu wollen, legt Anna ihr Veto ein: „Bei deinem kleinen Zippeldippel denken die Nachbarn, ich hätt‘ dich nur wechem Geld geheiratet.“ Daniel Tybussek gibt den Urlaubsspezialisten, der diverse Reiseoptionen miteinander vergleicht, „Monte Everest, Schwarzwald oder die Rhön, sogar Lämmerspiel wär‘ schön“. An der Côte d’Azur hört er einen Mann, der wiederholt von einem Wunder ruft. Der Grund: „Gestern lernte meine Frau erst schwimmen, heute kann sie schon eine Stunde tauchen.“ Die Sonnau-Buben mit Florian Eitel und Jonas Tybussek übertragen Darwins Evolutionstheorie von der Auslese auf den Alkoholkonsum, „die schwächsten Gehirnzellen sterben sofort“. Die Altstadt-Sänger intonieren, „Fastnacht ist nur einmal im Jahr“ und vom „Närrischen Komitee Antonius“ tanzen gleich zwei Garde-Formationen. Daniel Tybussek steigt dann noch mal auf die Bühne. „Normalerweise schlagen die Vorsitzenden jemanden für den Orden vor“, leitet der Bürgermeister ein. Sich selbst für hohe Ehren ins Spiel zu bringen, dafür ist Gisela Eisner gewiss nicht der Typ. Tybussek verleiht den „Schlüsselorden mit Goldener Flamme“ an die Vorsitzende des „MFC die Altstaedter“: „Gisela hat ein offenes Ohr für Anliegen jedweder Art und für jedes Problem eine Lösung parat.“ Die Seligenstädter Jupp Schmidt und Manfred Skrypzak hüpfen im Anschluss als Emus über die Bühne. Robert Blumör erzählt, dass er eigentlich streike. Die Ehefrau torpediert seine Karriere als Fastnachter, auf die der Mann in der Bütt berichtigen Stolz empfindet, „ich brachte es vom Konfettischneider bis ins Charakterfach“.

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