Tagesmütter erhalten ihr Zertifikat Die Paukerei hat sich ausgezahlt

Mehrere Wochenenden lang paukten die Tagesmütter, doch am Ende lohnte sich die Mühe. Die rund zwölf Frauen bekamen ihr Bundesverbandszertfikat zwei verliehen. Foto: m

Mühlheim (m) - Sie paukten am Wochenende und an vielen Abenden, was mancher Mutter schwerfiel. Doch die Mühe hat sich gelohnt, ein Dutzend Mütter aus Dietzenbach, Obertshausen, Schaafheim und Mühlheim legten jetzt das Bundesverbandszertfikat 2 ab, das den Tagesmüttern „uneingeschränkte Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit mit den Kindern“ verleihe, erläuterte Organisatorin Gisela Decker von den Tageszwergen in Dietzenbach in einer Feierstunde beim Verein Frau-Mutter-Kind in Mühlheim.

Die Referentinnen Karin Jörges, Sandra Lorenz und Edeltraud Amira aus Frankfurt unterrichteten die Teilnehmerinnen. Sie hatten schon in einem vorausgegangenen Curriculum 160 Einheiten zu 45 Minuten absolviert, informierte Leiterin Decker. Diese wurden jetzt für den Abschluss nach dem neuen Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege anerkannt. Die Tageszwerge haben als anerkannter Bildungsträger diese Anschlussausbildung vor zwei Jahren als erste in Hessen angeboten, die zweite lief nun in Kooperation mit dem Mühlheimer Verein.

Der Kurs vermittelte auch viel Theorie – rechtliche Grundlagen, Aufbau einer Pflegestelle, Erstellen eines Konzepts, Beziehungen gestalten, Bildung und Entwicklung, Lernsituationen und Eingewöhnung waren Themen. Im berufsbegleitenden Teil ging’s darum, dieses Wissen zu vertiefen, pädagogische Qualität zu entwickeln und zu sichern, „also darum, den Standard deutlich anzuheben und die Selbstständigkeit der Kinder zu sichern und idealerweise ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln“, fasste Gisela Decker zusammen.

Die Mühe war „freiwillig und bislang ohne Aussicht auf bessere Bezahlung“, lobte die Organisatorin. „Sie tun es aus Liebe zu den Kindern, aus Liebe zu ihrem Beruf, der bei den meisten eher eine Berufung ist.“ Es erfordere viel Mut, gewohnte Wege infrage zu stellen und neue suchen. Mit der Qualifikation lernten die Teilnehmerinnen, ihre vorhandenen Kompetenzen zu optimieren, transparent darzustellen und für Eltern, Jugendhilfe und Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Vor allem aber sollte die Gruppe befähigt werden, theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen. „Ohne Vernetzung ist das nicht möglich“, ergänzte die Sprecherin. Bürgermeister Daniel Tybussek würdigte das Engagement der Tagesmütter, ihren „Beitrag zum qualitativen Angebot Kindertagespflege“. Sie sei einem Krippenplatz gleichgestellt. Frau-Mutter-Kind sei seit 1997 ein verlässlicher Partner. Der Verein begleitet 23 Mütter, die 64 Kinder betreuen, weitere Frauen oder auch Männer werden gesucht. Das Bundesverbandszertifikat besitzen nun Andrea Alexander, Dominique Dieser, Brigitta Klein, Nadine Löffler, Ana Martinez und Martina Steine aus Mühlheim, Nicole Balta, Nathalie Kühne-Linke und Sylwia Zimmermann aus Obertshausen, Andrea Arendt und Anne Hochgürtel (Dietzenbach) sowie Kerstin Iby (Schaafheim).

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