„Registrierung würde entlasten“ Bürgermeister Peter Schneider informiert sich im Offenbacher Tierheim

Bürgermeister Peter Schneider (von links) wurde im Tierheim Offenbach von Leiterin Gudrun Lincke und dem Vorsitzenden des Tierschutzvereins, Jürgen Eichenauer, willkommen geheißen. Foto: Tierheim/p

Offenbach (red) – Vor wenigen Wochen hat ein ungewöhnlicher Gast in einem Döner-Laden in der Innenstadt Aufregung verursacht: Ein heimatloses Leguan-Weibchen, das später den Namen Petra verliehen bekam.

Inzwischen hat Petra ein neues Zuhause im Waldzoo gefunden. Bürgermeister Peter Schneider, Dezernent für das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz sowie das Ordnungsamt, war der erste, der Geld gespendet hat, damit für die neue Bewohnerin ein artgerechtes Großgehege gebaut werden kann.

Gehege im Waldzoo entsteht in Eigenleistung

Dieses entsteht, wie Schneider erfahren hat, derzeit in Eigenleistung durch das Waldzoo-Team – raumhoch mit vielen Kletter- und Sitzmöglichkeiten, Badebecken und Sandplatz. Da sich kein Eigentümer beziehungsweise Halter gefunden hat, darf Petra mit Zustimmung der Artenschutzbehörde des Regierungspräsidiums Darmstadt auf Dauer dort bleiben. Und es geht ihr auch schon deutlich besser: Sie hat zugenommen und die Wunden der Haut und der abgerissenen Nägel sind abgeheilt. „Das sind sehr erfreuliche Nachrichten“, findet Schneider, der Petra bald in ihrem neuen Zuhause besuchen will.

Bürgermeister informiert sich im Tierheim

Wie es den Bewohnern des Tierheims Offenbach geht, davon machte sich Schneider unterdessen ein eigenes Bild. Des Menschen bester Freund stieß bei dem Hundehalter erwartungsgemäß auf besonderes Interesse beim Rundgang durch Gebäude und Freigelände. Der Vorsitzende des Offenbacher Tierschutzvereins, Jürgen Eichenauer, nutzte den Besuch, um den vom Verein angeregten Tierfriedhof in Erinnerung zu rufen und die auf die Kommunen übertragene Aufgabe, eine Katzenschutzverordnung einzuführen, anzusprechen. „Insbesondere die Registrierung von Hunden und Katzen würde die Tierheime entlasten und die Rückgabe an die Eigentümer deutlich beschleunigen“, gab Eichenauer dem Bürgermeister mit auf dem Weg zurück ins Rathaus.

Hohe Tierarztkosten

Auch die Situation, dass immer öfter alte oder kranke Tiere wie Petra ausgesetzt oder abgegeben werden, war ein wichtiges Thema für Eichenauer. „Für sie lässt sich kaum ein neues Zuhause finden und unserem Tierheim entstehen hohe Tierarzt- und Medikamentenkosten.“ Ein weiteres Problem sind die dadurch entstehenden Verweilzeiten im Tierheim: Die Kapazitäten sind durch die Dauergäste ausgeschöpft, umgekehrt ist das Tierheim gegenüber der Stadt verpflichtet, jederzeit genügend Platz für die Unterbringung von Fundtieren oder sichergestellten Tieren bereitzuhalten. Bürgermeister Schneider zeigte sich bei seinem Besuch besonders beeindruckt von dem Engagement der Mitarbeiter: „Es ist rührend zu sehen, wie viel Mühe man sich hier mit den Tieren gibt und ich hoffe, dass dem Tierheim viele erfolgreiche Vermittlungen gelingen.“