Bau einer Anlage für Klärschlamm-Verbrennung/ Gute Jahresbilanz: Ergebnis steigt um fünf Millionen Euro EVO treibt Modernisierung des Müllheizkraftwerks voran

Das Müllheizkraftwerk der EVO an der Autobahn A3 bei Heusenstamm. Foto: p

Offenbach (red) – Die Modernisierung des Müllheizkraftwerks der Energieversorgung Offenbach AG (EVO) an der A3 bei Heusenstamm wird nun mit dem Bau einer Anlage zur thermochemischen Behandlung von Klärschlämmen fortgesetzt. „Ein rechtsverbindlicher Genehmigungsbescheid liegt uns seit Januar vor“, berichtete der EVO-Vorstandsvorsitzende Dr. Christoph Meier. Mit den Arbeiten soll im April begonnen werden.

Die Investitionskosten für das gesamte Modernisierungsprojekt – in den vergangenen Jahren wurden schon eine neue Rauchgasreinigung und eine hocheffiziente Turbine installiert – belaufen sich aktuellen Planzahlen zufolge auf rund 40 Millionen Euro.

In der neuen Anlage sollen künftig 80.000 Tonnen Rohklärschlämme im Jahr angenommen und nach einem Trocknungsprozess verbrannt werden. Bisher wurden diese Klärschlämme als Dünger auf den Feldern ausgebracht. Die Folge: eine wachsende Belastung der Böden und des Grundwassers mit Nitraten und Schwermetallen. Durch die Verbrennung wird es nach Worten des EVO-Vorstandschefs möglich sein, die heimischen Trinkwasserressourcen zu schonen. „Zugleich schaffen wir die Voraussetzungen dafür, in Zukunft den im Klärschlamm enthaltenen Pflanzennährstoff Phosphor wieder zu verwerten“, sagte Meier weiter. In einer Annahmehalle soll der Klärschlamm bei Unterdruck entladen werden, um Geruchsbelästigungen der Umgebung zu vermeiden.

Die Inbetriebnahme der gesamten Anlage ist für Herbst 2020 geplant, die Emissions-Grenzwerte sollen sicher eingehalten werden.

Mit dem Geschäftsverlauf der EVO zwischen Oktober 2017 und September 2018 zeigte sich Meier mehr als zufrieden. „Wir konnten unsere Kosten kräftig senken und einen höheren Gewinn erzielen.“ Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen in der EVO-Gruppe (EBIT) ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Millionen Euro auf 27,5 Millionen Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von rund 22 Prozent. Der Jahresüberschuss der AG ist nahezu unverändert und beläuft sich abermals auf 11,2 Millionen Euro.

Erstens seien höhere Erträge im Geschäft mit der Windkraft und mit der EVO-Tochter „mobiheat“ erzielt worden. Zweitens trage das stringente Kostenmanagement erste Früchte. Der EVO-Manager hatte dem Regionalversorger nach seiner Amtsübernahme vor zwei Jahren einen grundlegenden Umbau verordnet und ein Programm zur Effizienzsteigerung unter dem Titel „Aufwind“ ins Leben gerufen. Dabei wurden zahlreiche Geschäftsabläufe optimiert, die Organisation vereinfacht und nicht zuletzt die Führungsstruktur verschlankt.

Die Bilanzsumme der EVO-Gruppe ist leicht auf 556 Millionen Euro gestiegen. Die Umsatzerlöse bezifferte der EVO-Manager auf 366,5 Millionen Euro (Vorjahr: 374,1 Millionen Euro). Die Zahl der EVO-Beschäftigten ist mit 791 zum Stichtag 30. September 2018 leicht gesunken.

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