Wasser aus Becken abgelassen

Weiher im Offenbacher Martin-Luther-Park voller Müll

Der Stadtservice geht einmal im Jahr dem Weiher im Martin-Luther-Park auf den Grund, säubert ihn und repariert Schäden im Becken. Foto: SOH

Offenbach (red) – Es kann ja Einbildung sein, aber die Nilgänse im Weiher des Martin-Luther-Parks schauten schon ziemlich pikiert aus den Federn, während ihnen langsam das Wasser unter dem Bauch weglief und sie nur noch im Schlamm standen. Aber da muss das Federvieh jetzt durch: Jedes Jahr im Februar, bevor Fische laichen und Wasservögel brüten, reinigt der Stadtservice das künstliche Gewässer ohne eigenen Frischwasserzulauf. 

Die Arbeiten werden zuvor mit dem Naturschutzbeirat abgestimmt. „Wenn ein Sommer außergewöhnlich heiß wird, reinigen wir, falls erforderlich, den Weiher auch noch ein zweites Mal, um zu verhindern, dass das Gewässer umkippt“, sagt Sophie Siebel, Mitarbeiterin des Stadtservice, die die Aktion organisiert. Das bedeutet im ersten Schritt: Zwei Tage lang die 600 Kubikmeter Wasser ablassen, darauf achten, ob noch Fische oder andere Wassertiere durch das Restwasser zappeln und dann Schlamm und Müll entsorgen. Fische sollten in dem kleinen Gewässer eigentlich gar nicht sein. Doch kommt es immer wieder vor, dass Aquarianer dort überzählige Tiere aussetzen oder Wasservögel den Laich einschleppen. Falls Fische entdeckt werden, fischt sie der Angelsportverein Neptun 1934 ab. Auch dieser wird bereits in die Vorbereitungen eingebunden.

Hier stinkt es gewaltig

Passanten müssen nicht einmal einen Blick auf den mit Flaschen, Schirmen, Fahrrädern und sonstigem Müll gespickten Schlamm auf dem Beckenboden werfen, um zu merken, dass die jährliche Reinigung dringend notwendig ist: Was nach Ablassen des Wassers übrig bleibt, stinkt gewaltig. Steigen die Temperaturen, würden die Duftschwaden nicht nur durch den Martin-Luther-Park wabern, sondern auch zur angrenzenden Kita und den umgebenden Wohnungen und Geschäften. Deshalb ist der Weiher an der Waldstraße auch der einzige von vier Weihern im Stadtgebiet, der jährlich gereinigt wird. „Die Anlage wird stark genutzt“, sagt Sophie Siebel, „leider wird aber auch zu viel Abfall dort hineingeworfen, auch Essensreste und Flaschen mit Alkohol.“ Zusammen mit dem Laub der umstehenden Bäume beginnt diese Mixtur im Wasser zu gären, dabei wird Sauerstoff entzogen und das Gewässer droht umzukippen.

Für den Schlamm samt eingelassenem Müll wird ein ganzer Container zur Entsorgung gebraucht, den ebenfalls der Stadtservice stellt. Das danach freiliegende Betonbecken wird gereinigt, damit die Kollegen von der Entwässerung erkennen, welche Schäden oder Risse darin gekittet werden müssen. Dafür muss das Wetter passen, vor allem dürfen die Temperaturen nicht unter dem Gefrierpunkt liegen. Ist die Reparatur abgeschlossen, wird frisches Wasser eingelassen. Vor Karfreitag, 30. März, soll auch die Fontäne wieder sprudeln.

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