Unterstützung für Menschen, die Hilfe brauchen Sozialbezirk Bergen-Enkheim stellt seine Arbeit vor

Die Bergen-Enkheimer Sozialpfleger sind Ansprechpartner für Menschen, die Hilfe benötigen. Sozialbezirksvorsteherin ist Susanne Schubert (ganz links). Foto: sh

Bergen-Enkheim (sh) – Die Nöte der Menschen, sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Wer Hilfe benötigt oder feststellt, dass im Bekannten- oder Familienkreis Unterstützung angebracht wäre, der kann sich in Frankfurt an den zuständigen Sozialbezirksvorsteher wenden. In Bergen-Enkheim ist Susanne Schubert in diesem Ehrenamt tätig, für das sie von der Stadt Frankfurt ernannt wurde. Ihr zur Seite stehen zwölf Sozialpfleger, viele von ihnen – inklusive Susanne Schubert selbst – üben ihr Ehrenamt bereits seit vielen Jahren aus.

„68 Sozialbezirke gibt es in Frankfurt. Es ist eine einmalige Institution in Hessen, dass eine Kommune Ehrenbeamte beschäftigt, die Hilfsbedürftigen niedrigschwellige Angebote machen und als Bindeglied zwischen Ämtern und Menschen, die Unterstützung brauchen, fungieren“, erklärt Susanne Schubert. Die Sozialpfleger helfen auf ganz unterschiedlichen Ebenen: Bei Behördengängen, beim Ausfüllen von Formularen, bei der Wohnungssuche, bei der Suche nach einem Kita- oder Hortplatz oder wenn es Probleme mit der Krankenkasse sowie dem Pflegedienst gibt. Sie sind Ansprechpartner für Menschen, die Schicksalsschläge erlitten haben – wie Todesfälle in der Familie oder die Diagnose einer schweren Krankheit. Nicht zu ihren Aufgaben gehören Tätigkeiten wie putzen oder einkaufen, „aber da wir können Hilfe vermitteln“, erläutert Schubert. Natürlich gebe es auch immer wieder Fälle, wo Menschen keine Hilfe annehmen möchten. „Das muss man akzeptieren“, sagt die Sozialbezirksvorsteherin.

Für die Sozialpfleger ist eine gute Vernetzung im Stadtteil wichtig

Die Sozialpfleger bekommen Fälle vom Sozialrathaus zugewiesen, oft werden sie auch von Mitbürgern angesprochen oder gehen selbst auf die Menschen zu, wenn sie das Gefühl haben, dass Hilfe nötig ist. „Eine gute Vernetzung im Stadtteil ist dabei wichtig“, sagt Susanne Schubert. Ein gutes Beispiel für diese Vernetzung ist Sozialpflegerin Marie-Luise Kraus von „Schreibwaren Kraus“ in Enkheim. Aufgrund des Kundenverkehrs sei sie vielen bekannt, da falle es leicht, miteinander ins Gespräch zu kommen, sagt Schubert. Die Unterhaltungen mit Bedürftigen, die die Hilfe der Sozialpfleger in Anspruch nehmen, sind vertraulich. „Die Fälle werden nur intern diskutiert. Unsere Klienten können sich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit verlassen“, erklärt Schubert.

Bergen-Enkheim gehört zu den größten Sozialbezirken der Stadt

Bergen-Enkheim gehört nach Auskünften der Sozialbezirksvorsteherin zu den größten Sozialbezirken und habe mehr Aufgaben als andere Sozialbezirke. So richten in Bergen-Enkheim der Sozialbezirksvorsteher und sein Team unter anderem eine Weihnachtsfeier für Behinderte aus und bei den jährlichen Seniorennachmittagen des Ortsbeirats helfen die Sozialpfleger bei der Bewirtung und kommen so mit den Menschen ins Gespräch. Ebenfalls Bergen-Enkheim-spezifisch seien die aus dem Ortsbeiratsbudget finanzierten Weihnachtspäckchen, die das Gremium zusammen mit den Sozialpflegern den Mitbürgern, die älter als 87 Jahre sind, überreichen. Frankfurts Sozialbezirksvorsteher nehmen an Schulungen, Mehrtagesfortbildungen und Workshops teil und geben das Gelernte an ihre Sozialpfleger weiter. „Seit Kurzem gibt es auch ein Handbuch, das als Leitfaden für die Arbeit eines Sozialpflegers sehr hilfreich und kompakt ist“, lobt Schubert.

Auswahl der Sozialpfleger richtet sich nach der stärksten Fraktion im Ortsbeirat

Nach jeder Kommunalwahl und der daraus resultierenden Besetzung des Ortsbeirats stellt die stärkste Fraktion den Sozialbezirksvorsteher und auch die Auswahl der Sozialpfleger richtet sich nach der stärksten Fraktion. Beim Bergen-Enkheimer Ortsbeirat stehe glücklicherweise nicht das Parteibuch im Vordergrund, sondern der soziale Gedanke, heißt es von den Sozialpflegern. „Bei der Auswahl werden Überlegungen angestellt, auf welchen Gebieten noch Kompetenzen benötigt werden – völlig unabhängig davon, welche Fraktion die Pfleger vorschlägt“, sagt Sozialpflegerin Barbara Schwarz. Sie ist bereits in der dritten Legislaturperiode in diesem Ehrenamt tätig. Susanne Schubert war 28 Jahre lang Sozialpflegerin, bevor sie im März vergangenen Jahres Sozialbezirksvorsteherin wurde. „Die Arbeit ist bereichernd und macht Spaß“, sagt Schubert und Marie-Luise Kraus ergänzt: „Die Arbeit erdet einen – die eigenen Probleme erscheinen auf einmal viel kleiner.“ Besonders schön sei es, mitzuerleben, wenn das Leben der Menschen, die man in ihrer Not begleitet hat, eine positive Wendung nimmt, erklärt das Team.

Die Sprechstunde der Sozialbezirksvorsteherin Susanne Schubert findet an jedem zweiten Mittwoch im Monat von 17.30 bis 18 Uhr in der Verwaltungsstelle Bergen-Enkheim, Marktstraße 30, im Zimmer der Ehrenbeamten statt.

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