Aktion hat die Gemeinschaft der Gewerbetreibenden am Standort gestärkt Berger Straße führt das Projekt „plastikfrei“ in Eigenregie fort

Eine der zehn Stationen in der Berger Straße, an denen sich Kunden Stofftaschen ausleihen, sie benutzen und anschließend wieder hineinlegen – oder sie bringen Ersatz von zu Hause mit. Foto: p

Bornheim (red) – An insgesamt zehn Stationen auf der Berger Straße konnten sich Passanten im Projektzeitraum von Juni bis September 2017 eine Stoff-Tasche nehmen, Einkäufe erledigen und die Tasche anschließend wieder in einen der Körbe legen oder eine gebrauchte von Zuhause mitbringen.

Initiator des Projekts war der Gewerbeverein Bornheim Mitte, die „Lust auf besser leben gGmbH“ (LABL) entwickelte das Projekt und koordinierte die Umsetzung gemeinsam mit den Gewerbevereinen der unteren und mittleren Berger Straße, den Marktbetrieben und der HFM, Managementgesellschaft für Hafen und Markt.

Die Initiatoren bestätigen der Kampagne auch nach Ablauf der Projektphase, dass die Aktion die Gemeinschaft der Gewerbetreibenden am Standort gestärkt hat. Durch das Zusammenkommen bei Veranstaltungen, den Dialog innerhalb der Geschäfte zu dem gemeinsamen Thema und durch das Teilen von Taschen über die Stationen sind sich Verbraucher und Händler näher gekommen.

Die Auswertung der Kundenbefragung ergab, wenn der Kunde die Wahl zwischen zwei Geschäften mit dem gleichen Standort und dem gleichen Angebot habe, würde er sich eher für ein an der Aktion teilnehmendes Geschäft entscheiden. Allerdings werden Kaufentscheidungen dadurch nur mäßig beeinflusst.

Dennoch haben sich die an der Aktion beteiligten Partner und Betriebe entschieden, das Projekt weiterzuführen. Der Gewerbeverein Bornheim Mitte hat weitere 1.000 lokale gefertigte Bio-Baumwoll-Taschen gesponsert, damit die Aktion auch über den Projektzeitraum hinaus weiterlaufen kann.

Schon davor war sichtbar, dass den Menschen die Idee gefällt. „Wir haben dieses Jahr vergleichsweise zu 2016 nur noch die Hälfte an Tüten herausgegeben, es bewegt sich etwas. Daher war sofort klar, dass wir bei der Kampagne mitmachen“, sagt André Remmel, Vorsitzender der Frankfurter Markthändler. Auch Marlene Haas, Geschäftsführerin der LABL, ist sehr zufrieden: „Die Betriebe lernen so, sich über diese Themen auszutauschen, eine andere Kommunikation entsteht, wenn man sich traut, gemeinsam als Straße mit einem so innovativen Projekt zu starten.“

Wirtschaftsdezernent Markus Frank lobt die Idee und das Engagement aller Beteiligten: „Das gemeinschaftlich von Ladeninhabern, Kunden, Bürgern, Vereinen und Händlern gestemmte Projekt war eine der wegweisenden Aktionen, die zur Belebung einer Einkaufsstraße beitragen. Es ist schön zu sehen, dass die Berger Straße so innovative Wege geht und sich die untere und die obere Berger Straße für beispielgebende Maßnahmen zur weiteren Profilierung ihres Standortes zusammenschließen.“

Im Jahr 2015 beschloss die Stadtverordnetenversammlung ‚Frankfurt trägt weniger Plastik’. Die Wirtschaftsförderung Frankfurt organisierte dazu eine Veranstaltung, deren Fazit lautete: Es braucht für die Umsetzung passender Maßnahmen eine gemeinsame Dachmarke und die Ansprache von Mitarbeitern und Kunden gleichermaßen.

Das Wirtschaftsdezernent hat den Impuls für das Pilotprojekt finanziell unterstützt, da die Taschenstationen auf der Berger Straße ein Beitrag zum Ziel ‚Frankfurt trägt weniger Plastik’ sind und die Gemeinschaft vor Ort das „Wir-Gefühl“ am Standort stärkt. Das belegt auch die Tatsache, dass die Aktion auch nach Ablauf der Projektphase in Eigenregie weitergeführt wird.

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