Ersatzneubau des Bürgerhospitals entsteht an der Ecke Nibelungenallee/Richard-Wagner-Straße Grundstein für moderne Medizin

Stefan Grüttner (von links), Kosta Schopow, Marcus Amberger und Wolfgang Heyl bei der Grundsteinlegung für das neue Gebäude des Bürgerhospitals. Foto: Faure

Nordend (jf) – Viele Besucher aus den Bereichen Gesundheit, Politik, Wirtschaft und aus der Nachbarschaft hatten sich zur Grundsteinlegung für den Neubau des Gebäudes an der Ecke Nibelungenallee/Richard-Wagner-Straße eingefunden. „Die Pläne für diese Baumaßnahme sind einige Male überarbeitet worden. Doch alle Bemühungen haben sich gelohnt“, begrüßte Marcus Amberger, Geschäftsführer Bürgerhospital, die Gäste. Ebenfalls mit dabei war Wolfgang Heyl, Geschäftsführer Clementine Kinderhospital.

Auf dem Areal des ehemaligen, nicht denkmalgeschützten Pfründnerhauses befindet sich nun eine imposante Baugrube. Dort soll Anfang 2019 das neue Gebäude, das einen OP-Bereich mit sechs Sälen, einen Aufwachbereich, eine Entbindungsstation mit sieben Kreißsälen und einem angeschlossenen Kaiserschnitt-OP sowie Intensivbetten für Frühchen und Kinder enthalten wird, in Betrieb genommen werden. „Der Dank gilt nicht nur allen unmittelbar am Bau Beteiligten, sondern auch den Nachbarn und dem Ortsbeirat, die unsere Pläne konstruktiv begleiteten“, unterstrich Amberger.

„Dort drüben befindet sich unser 2007 in Betrieb genommener Neubau“, wies Dr. med. Kosta Schopow, Aufsichtsratsvorsitzender der Bürgerhospital und Clementine Kinderhospital gGmbH in nördliche Richtung auf ein grünes Haus. Nun werde dem Ensemble Bürgerhospital ein weiteres Gebäude hinzugefügt. „Leider ist die Fusion mit dem Marienkrankenhaus nicht gelungen. So mussten wir uns für den Neubau entscheiden und auf diese Weise mehr Platz schaffen, der dringend für die Chirurgie und die Geburtshilfe gebraucht wird“, sagte Schopow. Rund 3 200 Kinder kommen derzeit jährlich im Bürgerhospital zur Welt, Tendenz in der wachsenden Mainmetropole steigend.

Man habe sich bei ersten Planungen auch mit einer Sanierung des Pfündnerhauses beschäftigt, das sei jedoch aufgrund technischer Gegebenheiten nicht möglich gewesen. „Der Abriss war schon erstaunlich, aber es kam zu keinen Beeinträchtigungen an Bestandsbauten“, versicherte Schopow.

Bei einem Fassadenwettbewerb ging die nun gewählte sechsstöckige Variante als Sieger hervor. „Hoffentlich können mit diesem Entwurf anschließend alle leben“, bemerkte der Vorstandsvorsitzende augenzwinkernd.

Der hessische Minister für Soziales und Integration Stefan Grüttner verriet zu Beginn seiner Ansprache, dass er in Wiesbaden ab 1981 selbst als Ortsbeirat gearbeitet hat. „Ich weiß, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit mit der Nachbarschaft ist“, unterstrich er.

Die Geburtenzahlen des Bürgerhospitals stehen im bundesweiten Vergleich mit an der Spitze. Mit dem Neubau werde es „moderne Medizin in moderner Verpackung“ geben.

Seit Beginn des Jahres 2016 sei die Einzelinvestitionsförderung des Landes, die auch zu Nachteilen geführt habe, in eine Pauschalförderung geändert worden. Für Sonderbauprogramme stünden in Hessen 470 Millionen Euro zur Verfügung. Am etwa 50 Millionen teuren Neubau des Bürgerhospitals beteiligt sich das Land mit 20 Millionen Euro.

Diethelm Lang, Geschäftsführer des Architekturbüros WRL Architekten, verlas die Grundsteinurkunde und verwies auf die Ursprünge im Jahr 1779, als am Eschenheimer Tor das Bürgerhospital von der Dr. Senckenbergischen Stiftung mit damals sechs Betten eröffnet wurde.

Die unterschriebene Urkunde wurde mit Münzgeld, einer Tageszeitung, Bauplänen und einer Statistikbroschüre über die derzeitige Krankenhauslandschaft in eine kupferne Zeitkapsel gelegt. Ein kleines Mauerstück war vorbereitet, die Kapsel wurde hineingelegt, Polier Volker Scheuermann setzte die verschließenden Steine darauf, Grüttner, Schopow, Amberger und Heyl klopften sie unter Beifall fest.

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