Pfarrer Norbert Hofmann schenkt seinen Gemeinden eine Lourdes-Grotte Zeichen setzen für einen neuen Zeitgeist

Die Grotte aus acht Tonnen rotem Sandstein steht nun zwischen Pfarrhaus und Kindergarten St. Thomas Morus. Dr. Peter Hilger (links), Offizial und vierter Mann an der Spitze des Bistums Mainz, und Pfarrer Norbert Hofmann segneten die Stätte. Foto: m

Obertshausen (m) – „Bei uns wird viel gefeiert, das ist unendlich wichtig“, erklärte Pfarrer Norbert Hofmann. Zu seinem 63. Geburtstag am vergangenen Sonntag schenkte er seinen beiden Gemeinden Herz Jesu und St. Thomas Morus eine Lourdes-Grotte, die an den größten Wallfahrtsort Europas in Südfrankreich erinnert. Dorthin pilgern täglich zehntausende Gläubige, das Bildnis an der „Via Roma“ zwischen Pfarrhaus und Sakristei an der Franz-Liszt-Straße soll Raum für Ruhe und Gebet sein, erläuterte der Seelsorger.

Er begrüßte zahlreiche Repräsentanten der Pfarreien sowie Gäste aus drei Kontinenten, etwa aus Syrien und Nigeria, voran Dr. Peter Hilger, Offizial und vierter Mann an der Spitze des Bistums Mainz. Er segnete die Stätte mit Wasser aus Lourdes. Pfarrer Hofmann hat zehnmal Pilgergruppen an den Ort begleitet, wo der 14-jährigen Bernadette Soubirous 1858 mehrmals die Gottesmutter erschienen sein soll. Heute pilgern besonders auch Kranke in die Höhlenkirche, immer wieder wird von wundersamen Heilungen nach einer Wallfahrt berichtet. Die beiden Priester leiteten eine liturgische Feier vor dem Caravaca-Kreuz auf dem Kirchplatz. Dann zogen die Teilnehmer mit Kerzen zum „Ave Maria“ aus Lourdes zur Grotte, hoben die Lichter wie bei den Prozessionen in Südfrankreich zum Refrain in die Höhe.

Mit der Stola, dem Amtszeichen des Priesters, die Geburtstagskind Hofmann aus Lourdes mitgebracht hat, segnete der Gast aus Mainz das Ensemble. Willi Höf, Obertshausener Bauunternehmer und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Pfarrei, hat das Werk geschaffen. Es gleicht einer aufrecht stehenden, offenen Muschel und steht hinter einem kleinen Platz zwischen Pfarrhaus und Kindergarten St. Thomas Morus. Die Grotte entstand nach einem Vorbild, das Höf auf einem Privatgelände in Hausen geschaffen hat. Darin kniet die Figur der heiligen Bernadette vor der Gottesmutter Maria. Mit seinen Helfern verarbeitete der Fachmann acht Tonnen roten Sandstein aus der Nähe von Aschaffenburg, schuf auch eine Ruhebank aus diesem Material und aus Beton, auf der nun die Küster Platz nahmen, auch der Vater des Pfarrers, Hans Hofmann.

„Der 28. Juli ist ein gutes Datum“, erkannte der Pfarrer freudestrahlend. Vor fünf Jahren empfing er an diesem Tag mit den Christen die Blutreliquie des heiliggesprochenen Papstes Johannes Paul II., die Obertshausen zum Wallfahrtsort machte. Und 2016 stellte er an der Pilgerkirche an der Berliner Straße das größte Caravaca-Kreuz außerhalb der heiligen Stadt in Spanien vor. „Wir setzen Zeichen und bieten dem Zeitgeist Paroli“, wandte sich Hofmann gegen das Schließen und Verkleinern von pfarrlichen Einrichtungen. Er halte es mit dem bekannten Bruder Paulus, der „überzeugende Gottesdienste“ fordert. Der Jubilar unterstrich die Bedeutung von Symbolen und Zeichen. So werde bei jedem Sterbefall geläutet, der Gemeindeleiter verzeichne eine steigende Zahl von Taufen und Wiedereintritten. Die drei Säulen, Kinder- und Jugendarbeit, soziales Engagement und Pilgern, liegen ihm besonders am Herzen.

In Mainz wisse man vom Engagement des Studienkollegen, bestätigte Dr. Hilger. Die Arbeit des Obertshausener Mitbruders werde bewundert, Hofmann setze Trends für einen neuen Zeitgeist aus dem Glauben heraus. „Du führst Menschen zusammen und man muss immer auf Neues gefasst sein“, erkannte der Offizial. Viele Christen werden den „großen Verdienst erst in kommenden Zeit zu würdigen wissen“.

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