Flüsse spielen wichtige Rolle in „Das siebte Kreuz“

Erstmals Aktion „Frankfurt liest ein Buch“ auf dem Schiff

Hans-Willi Ohl (von links), Magdalena Zeller, Maike Wetzel und Michael Reckhard gestalteten die Schiffslesung. Foto: Faure

Sachsenhausen (jf) – Ausverkauft war die erste Schiffslesung der neunten Auflage von „Frankfurt liest ein Buch“ schon lange. 150 Interessierte hatten sich im Hauptdeck der „Nautilus“, einem Schiff der Primus-Linie, eingefunden, um bei der Pre-Opening des Lesefestes dabei zu sein. Sabine Baumann, Vorsitzende des Vereins „Frankfurt liest ein Buch“, hieß die Gäste willkommen an Bord: „Das Schiff ist ein Symbol der Hoffnung, deshalb freuen wir uns, dass die erste Lesung dieser Art auf dem Main stattfindet.“

Sie stellte die Mitwirkenden Maike Wetzel, Autorin und Robert Gernhardt Preisträgerin 2017, Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen, Hans-Willi Ohl, Vorsitzender der Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz und Musiker sowie die Moderatorin Magdalena Zeller von der Kultur-Region Frankfurt-Rhein-Main vor. Außerdem verwies Baumann auf eine Neuerung: „Wir haben einen Stempel entwickelt, der lautet ‚Für Sie gelesen von …’, den können Sie sich gerne am Büchertisch in Ihr Buch drucken und es dann von den Lesenden signieren lassen.“

Mit den Worten „Liebe Freunde der Literatur, der Schifffahrt und der Freiheit“, wandte sich Magdalena Zeller an die Gäste und spielte damit auf das Projekt „Geist der Freiheit – Freiheit des Geistes“ der Kultur-Region an. Inzwischen hatte die „Nautilus“ den Main in Höhe der EZB erreicht und leitete das Wendemanöver ein. Zeller bat den Kapitän Eugen Kratz, der zuhören konnte, langsamer zu fahren, denn die Texte seien genau auf die Landschaft abgestimmt ausgewählt worden.

Sechs Szenen wurden gelesen

Die erste von insgesamt sechs Szenen lasen Michael Reckhard und Maike Wetzel abwechselnd. Geschildert wird die Fahrt mit dem Rad von Franz Marnet, der vom Vordertaunus nach Höchst zur Arbeit muss. Höchst war auch das Ziel des Schiffes, zumindest sein Wendepunkt. Nach dieser Passage sang Hans-Willi Ohl zur Gitarre „Am Brunnen vor dem Tore“.

So wechselten Lesung und Gesang ab, zwei Pausen waren ebenfalls eingeplant worden. Die Zuhörer erhielten einen Eindruck vom Buch, das die Flucht von sieben Männern aus dem KZ Westhofen, einem fiktiven Ort in der Nähe des tatsächlichen Lagers Osthofen, schildert. Nur einem, Georg Heisler, gelingt die Flucht. Anna Seghers, 1900 als Netty Reiling in Mainz geboren, hat die Flüsse Rhein und Main als Konstanten in der Landschaft gesehen, die trotz wechselnder gesellschaftlicher Verhältnisse blieben. Oft verwendete die Autorin die Umgebung ihrer Kindheit und Jugend in ihren Büchern.

Neue Idee gut umgesetzt

Fast war die „Nautilus“ wieder zurück am Eisernen Steg in Frankfurt, Georg Heisler erreicht in der letzten vorgetragenen Passage mit falschen Papieren den Mainzer Brückenkopf und den holländischen Schleppkahn „Wilhelmine“ und geht an Bord. Die Gäste der Pre-Opening hingegen verließen das Schiff nach einer einprägsamen, unterhaltsamen und musikalisch umrahmten Lesung. Eine neue Idee von „Frankfurt liest ein Buch“ wurde in Kooperation mit vielen Partnern gut umgesetzt; die erste Schiffslesung war ein gelungener Nachmittag.

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