Forstamt Langen pflanzt neue Bäume Vogelkirsche und Elsbeere sollen die Lücken füllen

Forstwirtschaftsmeister Stefan Horvath beim Pflanzen einer Eiche. Von allen einheimischen Baumarten sind sie bisher am geringsten durch Hitze und Trockenheit geschädigt worden. Foto: Pfeifenberger/p

Langen (red) – Hitze und Trockenheit der Jahre 2018 und 2019, aber auch der Sommersturm vom 18. August des vergangenen Jahres haben in den Wäldern im Landkreis Offenbach sehr große Schäden verursacht. Die Aufräumarbeiten und die Aufarbeitung der nutzbaren Hölzer sind weit vorangeschritten, laufen allerdings teilweise auch noch.

Wie das Forstamt Langen mitteilt, seien jedoch häufig einzelne Bäume in den Wäldern umgebrochen oder vertrocknet und es gebe im Verhältnis zu den Gesamtschäden relativ wenige Freiflächen, auf denen jetzt nur noch wenige oder keine Bäume mehr stehen. Die Mitarbeiter des Forstamtes haben auf einigen dieser Freiflächen kleine Bäume gepflanzt. Hauptsächlich junge Stieleichen aber auch Vogelkirschen, einige Douglasien sowie die bisher sehr seltene Baumart Elsbeere sollen die neuen Wälder prägen.

Unter der Aufsicht von Revierförster Jan Tuomas Koski freuen sich die Forstwirte Johann Pfeifenberger und Peter Dengg, sowie Forstwirtschaftsmeister Stefan Horvath, die Wälder der Zukunft zu gestalten. Die kleinen Pflänzchen sind in der staatlichen Baumschule in Hanau-Wolfgang aus einheimischem Saatgut angezogen worden. Forstamtsleiter Roland Piper erklärt, dass die Eichen von allen einheimischen Baumarten bisher am geringsten durch Hitze und Trockenheit geschädigt worden sind. Eichen wachsen als sogenannte Lichtbaumart gut auf Freiflächen und Forstamtsleiter Piper und seine Mitarbeiter hoffen, dass sie zukünftig die Herausforderungen des Klimawandels meistern. Nun wünschen sich die Forstleute ergiebige Regenfälle, damit die kleinen Bäumchen gut anwachsen und sich gegen Gräser, Brombeeren und andere „Konkurrenzvegetation“ durchsetzen können. Die größte Gefahr für die kleinen Pflänzchen kommt allerdings auf vier Beinen daher.

„Rehe, Rot- und Damhirsche denken, dass die kleinen Bäume eigens zu ihrer Fütterung gepflanzt werden“, sagt Revierförster Koski. Da in den Wäldern im ganzen Land sehr viele junge Bäume gepflanzt werden müssen, aber auch um die von selbst aufkommende „Naturverjüngung“ der Bäume möglichst wirksam vor den hungrigen Mäulern zu bewahren, hat das hessische Umweltministerium die Jagdzeiten für Rehböcke, junge weibliche Rehe, sowie junge männliche und weibliche Rot- und Damhirsche und Mufflons verlängert.

Auch die Waldbrandgefahr bleibt weiter Thema. Folgende Verhaltensregeln gelten: Rauchen im Wald ist grundsätzlich verboten. Brennende Zigarettenstummel dürfen nicht weggeworfen werden – auch nicht aus dem Autofenster. Glasscherben können wie ein Brennglas wirken und ein Feuer auslösen. Deshalb dürfen Flaschen nicht im Wald liegenzulassen werden. Wege zu den Wäldern müssen frei bleiben – sie sind wichtige Feuerwehrzufahrten und Rettungswege für Einsatzfahrzeuge. Autos sind deshalb ausschließlich auf den ausgewiesenen Parkplätzen abzustellen. Die Fahrzeuge dürfen nicht über trockenem Bodenbewuchs abgestellt werden, da sich dieser entzünden kann.

Wer einen Waldbrand oder Rauchentwicklung bemerkt, muss unverzüglich die Feuerwehr über den Notruf 112 informieren. Wer dafür ein Smartphone nutzt, kann über die App „Hilfe im Wald“ den nächstgelegenen Rettungspunkt ermitteln und den Rettungskräften mitteilen. So können diese den Einsatzort noch schneller auffinden.

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