Evangelisch-methodische Kirche Mühlheim unterstützt Projekt in Ghana Eine Schule für Nyameani

Mary zeigt auf ihr Dorf, in dem die Schule gebaut wird. Auf dem Bild von links: Traudel Eckel, Anette Pfeiffer, Jürgen Mälzer, Mary Mälzer, Anne Hecke, Monika Redemann. Foto: nj

Mühlheim (nj) – Wenn eine Stadt alles hat, wird davon ausgegangen, dass eine Infrastruktur, ein Supermarkt, Schulen und vieles weitere Einrichtungen vorhanden sind. Ganz anders sieht es aus, wenn die Rede von einem Dorf in Ghana ist. Dann ist alles vorhanden, wenn ein Brunnen für die Wasserversorgung, Häuser, ein kleiner Laden und eine Schule aufzufinden sind. Doch eine Schule fehlt in dem Dorf Nyameani in Ghana. Die Evangelisch-methodistische Gemeinde in Mühlheim hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Projekt ins Leben zu rufen und zu unterstützen. Dabei ist die Unterstützung der Kirche unabdingbar.

Ghana liegt an der Elfenbeinküste, hat rund 29 Millionen Einwohner und legt viel Wert auf die Schulbildung. In dem Land herrscht eine neun jährige Schulpflicht, bestehend aus 6 Jahren Grundschule und drei Jahren weiterführender Schule.

Rund 76 % der Bevölkerung kann Lesen und Schreiben. Auch im Dorf von Mary Mälzer gibt es viele Kinder, die in die Schule möchten. Dabei können sie unter dem markant großen Mangobaum im Zentrum des Dorfes lernen oder die neue Kirche als Lernraum zweckentfremden. Doch auf Dauer fehlt es dem Dorf an Räumlichkeiten für das Lernen. Seit 1985 wohnt Mary in Deutschland und hat sich nun zur Aufgabe gemacht ihr altes Dorf zu unterstützen.

Ihr Ehemann, Jürgen Mälzer, ist Mitglied in der Evangelisch-methodistische Kirche (EmK). Schnell verbreitet sich die Idee dieses Projektes in der Gemeinde in Mühlheim, doch anfangs hat sich niemand dafür gefunden. Mit einer großen Liste an Fragen entstand unter der Führung von Anette Pfeiffer nach kurzer Zeit die Gruppe „Schulprojekt Nyameani“ und mit sechs Gemeindemitgliedern ist sie breit aufgestellt.

Eine Reise in das Dorf ist nicht allzu schwer. Flüge in nahe gelegenen Größeren Städte gibt es reichlich und mit einem Taxi oder einer Reisgruppe erreicht man das Dorf über, inzwischen, asphaltierte Straßen. Einige Mitglieder der Gemeinde waren schon vor Ort und besuchten Marys Dorf in Ghana.

Doch ein Bauvorhaben in einem fremden Land bringt auch Behördengänge und andere lästige Hürden mit sich. Ein weiterer großer Vorteil der EmK ist die weltweite Verbreitung. In nahezu jedem Land auf der Welt gibt es Kontakte. Und so hat die sozial eingestellte Kirchenorganisation ein eigenes Büro für Weltmissionen. Dieses kennt sich in den verschiedensten Ländern der Erde aus und kann die komplette Planung samt Kontrolle übernehmen. Ein großer Vorteil dabei ist, dass es in Vorlage tritt, damit das Projekt schnell an Fahrt gewinnt und das Dorf für den Bildungsalltag gewappnet ist. Für das Projekt sind rund 10.000 Euro veranschlagt. Damit sollen das Fundament und ein Schulgebäude gebaut werden. Doch eine kleine Kirchengemeinde, wie sie in Mühlheim vorhanden ist, kann nicht mal eben diesen Betrag stemmen. Seit November sammeln alle Mitglieder fleißig. Auf dem Weihnachtsmarkt in Mühlheim gab es einen Stand, nur um Spenden zu sammeln. Auch bei den monatlichen Kinovorführungen kann gespendet werden.

Aktuell hat die Gemeinde schon rund 4000 Euro zusammen bekommen. Ziel der Projektgruppe ist es, den noch offenen Betrag in den nächsten drei Jahren komplett gesammelt zu haben.

Dabei werden kleinere Feierlichkeiten in den nächsten Monaten helfen. Das Büro für Weltmissionen hat bereits die Baupläne der Architekten gesichtet und das Okay gegeben. „Wir sind sehr glücklich über die Durchführung durch die eigene Behörde. Dadurch wird garantiert, dass das Geld auch ankommt und die Kontrolle vor Ort übernommen wird“, sagt Anette Pfeiffer. Mary Mälzer und ihr Ehemann haben auch vor dieses Jahr nach Ghana zu reisen, um sich ein eigenes Bild zu machen und den Baufortschritt selbst zu sehen. Die evangelisch-methodistische Kirche ist eine freie, von niemandem abhängige, Gemeinde. Die Mitglieder tragen alles selbst. Nur wer wirklich will, kann als Erwachsener in die Gemeinde eintreten. Mit einem neuen Pastor und rund 120 Mitglieder aus dem ganzen Umkreis bildet die Kirche eine Tendenz zum sozialen. Krankenhäuser und Diakonin gehören genauso zum Spektrum, wie die Kirche in Mühlheim am Südring selbst. Ein Ziel ist die Gemeinschaft und Menschen die allein Leben zusammen zu bringen. Mit gemeinsamen Unternehmungen und eigenen Institutionen, wie das Café Zeit oder der Kino Abend, kommen verschiedenste Gemeindemitglieder zusammen und dabei können sich, vorher fremde Menschen, näher kommen.

Für Fragen und Informationen steht Anette Pfeiffer, Leiterin des Projektes „Schulerweiterung Nyameani“, zur Verfügung.

E-Mail: anette.pfeiffer[at]emk-muehlheim[dot]de

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