Rodgau: Verbale Spitzen und Taufe der Kerbpuppen

„Gude ihr Leut‘, es is‘ Kerb“ in Nieder-Roden

Die Nieder-Röder feierten fünf Tage lang Kirchweih. Zum Beginn der Festivitäten stellten die Kerbborsche den Kerbbaum am Pfarrheim auf. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Die Nieder-Röder feierte fünf Tage lang ihre Kerb. Rund um die St. Matthias-Kirche gab es Musik, Essen und Vergnügungsangebote. Mit viel Spaß, Gaudi und Kultur hielten die Nieder-Röder die alten Traditionen rund um die Kirchweih hoch. Flankiert vom Dudenhöfer Musikverein kutschierten Muskelschmalz und Motorenkraft den Kerbbaum durchs Ort. Am Pfarrheim packten die Kerbborsche erneut kräftig an und hievten die Birke in gemeinsamer Arbeit über den Zaun des Pfarrgartens.

Im Vorfeld waren die Kinder der Kita Otzberg aktiv beteiligt am Schmücken des Wahrzeichens, so wehten die kleinen bunten Fähnchen im Wind. Neben Pfarrer Dr. Peter Eckstein durfte jeder der wollte den feuchten Segen für den Baum spenden. Dann zog der Tross ins Festzelt. Wie gewohnt waren bereits am Freitag Abend alle Plätze im Zelt besetzt. Kerbspruch, Fassanstich und die Taufe der Kerbpuppen ließen grüßen.

Für die Erfüllung des Protokolls musste kurzerhand Kerbvadder Robin Betzel sorgen. Nach dem Fassanstich durch Stadtrat Michael Schüßler, Lars Neumann, Ralf Kunert und Robert Glaab ging es für die noch nicht getauften Kerbpuppen hoch über die Bühne auf ihren Thron. Von dort musste die beiden Wahrzeichen wieder herunter geholt werden, stand doch deren Taufe noch aus.

Die beiden Vorsitzenden des Kerbvereins Ralf Weyland und Markus Weiland nahmen dies prompt in die Hand. Dann folgte der Kerbspruch. Robin Betzel zog erstmals das Redemanuskript aus der Jacke. „Gude ihr Leut‘, es is‘ Kerb“. Laut dem Kerbvadder läuft das (öffentliche) Leben nie ganz perfekt. Da ist ein frisch gebackener Kerbvadder in der Pflicht, die Ereignisse mit heißer Nadel zu stricken. Die neue Halle der HSG war bei der Eröffnung noch ohne Türen, die Wurstpreise bei der letzten Rodgau-Meile wurden erneut zum Gesprächsthema und mitten im Ort machte ein Neubau Nieder-Roden zum „Senioren-high-Society-Vorort von Frankfurt“.

Zwerg Nase und Don-Bosco-Heim

Bühnenpräsens zeigte zuvor auch Pfarrer Dr. Peter Eckstein. Gekonnt gereimt und mit schönstem Dialekt läutete er die Feierlichkeiten der Kirchweih ein. Für die Kerbpuppen Marianne und Herbert gab es die obligatorische Dusche mit einem kühlen Blonden. Dann sangen und tanzten die Nieder-Röder in den Abend.  Die Erlöse spenden die Kerbborsche an „Zwerg Nase“. Die Wiesbadener Einrichtung bietet Kindern mit Beeinträchtigungen ein zu Hause und den Eltern somit eine Auszeit von der Ganztagsbetreuung. Am Sonntag nahm die Pfarrjugend die Bewirtung im Zelt in die Hand. Die dabei erzielten Erlöse fließen der Renovierung des Don-Bosco-Heims zu.

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