Zum Gedenktag „Keine Gewalt an Frauen“ Fahnen am Heusenstammer Rathaus gehisst Im eigenen Heim leben Frauen am gefährlichsten

Die städtischen Frauenbeauftragten Petra Beißel und Gundi Wilz haben gemeinsam mit Bürgermeister Halil Öztas eine Woche lang die Fahnen „Frei leben“ vor dem Rathaus gehisst Foto: p

Heusenstamm (red) – Häusliche Gewalt ist längst keine Privatsache mehr. Auch in Deutschland gehört Gewalt zum Erfahrungshorizont vieler Frauen, auch wenn es seit 2002 das Gewaltschutzgesetz gibt. Viele Fälle häuslicher Gewalt werden polizeilich erfasst – die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Die Opfer sind meist weiblich, aber auch Kinder sind davon betroffen. Grundliegend soll das Thema in der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit erhalten. Etwa jede vierte Frau erlebt in ihrem Erwachsenenleben mindestens einmal körperliche und/oder sexuelle Übergriffe durch den eigenen Partner. Das heißt, im eigenen Heim leben Frauen am gefährlichsten. Für Frauen ist das Risiko, durch einen Beziehungspartner Gewalt zu erfahren, weitaus höher als von einem Fremden tatsächlich angegriffen zu werden - weltweit ist das so, auch in Deutschland. Häusliche Gewalt ist in allen Bevölkerungsschichten die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen: häufiger als Verkehrsunfälle und Krebserkrankungen zusammen genommen. Dennoch tragen falsche Scham und Bagatellisierung zur mangelnden Sichtbarkeit dieses Themas in der Öffentlichkeit bei.

In zahlreichen Kommunen werben in diesen Tagen anlässlich des Gedenktags „Keine Gewalt an Frauen“ am 25. November verschiedene Akteure dafür, dass Menschenrechte gewahrt werden. Die städtischen Frauenbeauftragten Petra Beißel und Gundi Wilz haben gemeinsam mit Bürgermeister Halil Öztas aus diesem Grund eine Woche lang die Fahnen „Frei leben“ vor dem Rathaus gehisst.

Hinweisen möchten die Frauenbeauftragten in diesem Zusammenhang auch auf die diesjährige Mitmachaktion „Weg aus der Gewalt - #schweigenbrechen“ des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Betroffene sollen wissen, dass sie auf dem Weg aus der Gewalt nicht alleine sind, und dass es Unterstützungsangebote gibt. Das Hilfetelefon ist bundesweit unter der Rufnummer Telefon 08000 116016 und auf hilfetelefon.de zu erreichen.

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Häusliche Gewalt von Frauen gegen Männer

Sollte nicht unerwähnt bleiben, dass auch Männer Opfer von häuslicher Gewalt werden, denn der Artikel suggeriert, dass immer die Männer Täter sind, Frauen immer die Opfer. Das ist bereits 2005 in der Studie "Gewalt gegen Männer" im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend festgestellt worden. Link zur Studie: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/studie--gewalt-gegen-maenner/84660
Und Frauen können auch zu Opfern anderer Frauen werden. Diese Tatsache wird in der medialen Öffentlichkeit aber auch meistens verschwiegen.

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