„Projekt Hallenerweiterung“ der TSG liegt vorerst auf Eis Die TSG Neu-Isenburg steht vor schwierigen Zeiten

Das TSG-Sportgelände in Neu-Isenburg wirkt in Zeiten von Corona wie ausgestorben. Foto: lfp

Neu-Isenburg (lfp) – Die TSG feierte vor zehn Jahren mit zahlreichen Veranstaltungen einen „rauschenden Festreigen“ zum ihrem 125-jährigen Bestehen.

Damals stand schon das Ansinnen im Raum, die vereinseigene Halle zu erweitern – und man war sich ziemlich sicher, das 135-jährige Vereinsjubiläum in großer Halle feiern zu können. Das wäre in diesem Jahr fällig gewesen. Blickt man heute auf das Gelände der TSG Neu-Isenburg, fällt sofort der wieder einmal gesperrte Rasenplatz auf. Und statt einem Hallenanbau stehen dort nur Container, die als Übergangslösung zur Unterbringung von Gerätschaften schon vor Jahren angeschafft wurden. Seit 2012 laufen die Planungen für den Erweiterungsbau, für den die TSG gar weiteren Grund und Boden von der Stadt Neu-Isenburg erworben hatte. Man wollte zwar ohnehin kein großes Fest zum 135. Geburtstag feiern, sondern sparte das Geld für die Hallenerweiterung. Diese lässt aber weiterhin auf sich warten.

Im vergangenen Jahr gab es einen ersten Lichtblick, als der Finanzierungsbescheid des Landes Hessen durch Innenminister Peter Beuth übergeben wurde. Zudem hatte die Stadt Neu-Isenburg, der Kreis Offenbach als auch der Landessportbund Hessen ihre anteiligen Zuschüsse zugesagt. In diesem Jahr sollte es losgehen, doch dann kam Corona. Das über eine Million teure Projekt Hallenerweiterung zieht sich weiter hin. „Im genehmigten Finanzierungsplan sind auch beträchtliche Eigenmittel durch ehrenamtliche Arbeiten enthalten, die unter den Corona-Bedingungen so nicht eingelöst werden können“, erklärt Ehrenmitglied Rudolf Baro. Aufgrund neuer Berechnungen für die thermische Infrastruktur, reicht die vorhandene Heizungsanlage wahrscheinlich nicht aus um auch die Räumlichkeiten des Erweiterungsbaues entsprechend mit der nötigen Wärme zu versorgen. Derzeit laufen Gespräche nach einer Lösungsfindung.

Die TSG Neu-Isenburg präsentiert sich als ein Verein mit vielen Facetten, jedoch vereint unter einem Dach, wie eine große harmonische Familie. Doch das Familienleben ist derzeit etwas gestört, was insbesondere die Fußball-Abteilungen betrifft. Da der Rasenplatz wieder einmal gesperrt ist, müssen alle Trainingseinheiten als auch der gesamte Spielbetrieb auf dem Kunstrasenfeld abgewickelt werden. Bei 22 Mannschaften, von Kinder- Jugend und Herren bis hin zu den Damenmannschaften ein wahres Kunststück. „Wir wollte damals schon anstatt einer Sanierung des Rasenplatzes dort einen Kunstrasenplatz, doch die Stadt hatte es anders entschieden“, bedauert Baro die damalige Entscheidung. Bekanntlich gab es mit dem sanierten Rasenplatz beträchtliche Probleme, da das Wasser nicht ordnungsgemäß ablief und das Problem immer noch besteht. (wir berichteten darüber).

Doch auch für den Sportbetrieb in der Halle gibt es vermehrt Platzprobleme. Neben der erfreulichen Entwicklung der Mitgliederzahlen mit der einhergehenden Nachfrage nach Gesundheitssport kommt man auch dort an räumliche Grenzen. Die Corona-Auflagen verschärften seit dem März dieses Problem und führten zu zahlreichen Ausfällen von Kursen und damit zu Einnahmeverlusten. Jetzt gibt es zwar wieder Kurse, doch mit verringerter Teilnehmerzahl aber bei gleicher Vergütung für die Übungsleiter. „Das Kegeln auf den vier Bahnen musste durch Corona gänzlich eingestellt werden, jetzt darf nur noch auf zwei Bahnen gekegelt werden was zu weiteren finanziellen Einbußen führt“, verweist TSG-Vorsitzender Karl-Heinz Groh auf ein anderes Problem. Auch bei der vermieteten Gastwirtschaft läuft der Umsatz als auch die Pachterträge seit Corona nicht so üppig wie früher.

Rein sportlich lief es bei der TSG Neu-Isenburg im vergangenen Jahr überaus gut. Allen voran stach Sina Tkaltschewitsch als Olympiateilnehmerin hervor. Sie holte sich zudem die Hessen- als auch Deutsche Meisterschaft in der Rhythmischen Sportgymnastik. Aber auch die Fußball-Frauen wurden Hessenmeister und stiegen in die Regionalliga auf. David Stapel wurde Hessischer und deutscher Meister im Karate.

Nun hofft der Vorstand, dass es bald eine Zeit nach Corona geben wird und sich das gewohnte „Familienleben“ bei der TSG Neu-Isenburg wieder voll entfaltet.

Am 27. November stand die Mitgliederversammlung im Terminkalender, dort sollten mit der Neuwahl des Vorstandes auch wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Rosemarie Zcernio wird als Kassiererin nicht weiter zur Verfügung stehen. „Wir wollen, auch mit Blick auf die große Baumaßnahme, künftig die Lasten im Vorstand auf mehrere Schultern verteilen“, gibt der Vorsitzende Karl-Heinz Groh schon mal einen Hinweis. Im kommenden Jahr „muss“ nämlich mit den Bauarbeiten begonnen werden, will man die zugesagten Förderungen nicht auf´s Spiel setzen. Karl-Heinz Groh steht jedenfalls zu seiner Verantwortung und wird wieder für den Vorsitz kandidieren. Die Mitgliederversammlung, die in der Hugenottenhalle stattfinden sollte, wurde aufgrund der Corona-Pandemie nun auf das Frühjahr 2021 verschoben.

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